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7 Tipps wie ich als DJ angemessene Preise durchsetze

Eine angemessene DJ Gage durchsetzen. Foto: Pixabay.com

Es gibt regelmäßig Diskussionen, wie hoch eine angemessene DJ-Gage ist. Viele Foren, Facebook und Co. sind voll von solchen Debatten. Gerade wenn Anfragen über Facebook oder ein anderes Forum weitergegeben werden, wird oft die angegebene Gage kritisiert und damit quasi Öl ins Feuer gekippt.

Was muss ich als DJ also tun, damit ich eine „angemessene“ Gage verlangen und dem Kunden auch logisch verkaufen kann?

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In jedem Bundesland ist die Durchschnittsgage eines DJs anders. Wenn Du schon ein paar Kollegen kennst, macht es die Sache leichter, denn dann kannst Du diese einfach mal fragen, wie deren Preiskalkulation ausschaut. Darüber hinaus ist hier Internetarbeit angesagt. Welche DJs gibt es bei Dir in der Region? Welche Gage haben sie? So kannst Du einen Mittelwert ermitteln und kennst die oberen und unteren Grenzen.

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Werbung und Präsentation

Die richtige Werbung ist alles! Dazu gehört:

  • Eine professionelle und ansprechende Internetseite
  • Präsenz durch Seiten bei Facebook, Twitter und Co. (mir reicht Facebook ).
    Wenn Du auf Facebook bist: Bitte erstelle Dir eine gewerbliche Facebook-Seite, in der sich nur alles um Dein Angebot als DJ dreht. Es gibt nichts unprofessionelleres als den Kunden auf sein Privat-Profil umzuleiten, wo er dann zwischen „Poesie-Grafiken“ und lustigen Videos hin- und herscrollen muss.
  • Flyer, Visitenkarten, Briefpapier, evtl. Autowerbung

Feste Abläufe

  • Ein vernünftiges Kontaktformular, das die relevanten Punkte bereits bei einer Buchungsanfrage abfragt.
  • Eine Checkliste, die Du bei Kundenanfragen durchgehst.
  • Professionelle Angebotserstellung via Email oder Post
  • Formgerechte Erstellung eines Vertrages

Sympathisches Auftreten

Das ist ein Punkt, der nicht nur für den Job gilt, sondern schon vorher bei einer Anfrage. Schon am Telefon kann der Kunde einen ersten Eindruck sammeln und der kann ausschlaggebend für die Auswahl des DJs sein. Also strahle beim Telefonieren – der Kunde „hört“ nicht nur Deine Stimmung, sondern auch Deinen Gesichtsausdruck und Deine Körperhaltung.

Sei ehrlich zu Dir selbst

Nimm nicht jeden Job an !!! Du musst wissen, was Du kannst und Dich dementsprechend anbieten.

Krasses Beispiel: Als Schlager-DJ kannst Du keine Goa-Party bespielen. Andersherum klappt das auch nicht !

Sollte so ein ähnlicher Fall auftreten, kannst Du den Kunden auf eine andere Art an Dich binden, indem Du ihm anbietest, einen passenden DJ zu suchen. Das setzt natürlich ein Netzwerk von guten Kollegen voraus. DJs triffst Du z.B. über regionale Facebook-Gruppen oder bei Produktvorstellungen.

Der Kunde schätzt eine ehrliche Einstellung sehr und greift bestimmt auf Deine Dienste zurück, wenn diese für die nächste Veranstaltung passen.

Kenntnisse in und um das DJ-Genre

Dann kommt erst die eigentliche Feier. Hier wird Dein Gespür für die Gäste verlangt, ein angenehmes Mixing (in welcher Form auch immer) und natürlich die Umsetzung der speziellen Wünsche des Kunden.

Seit 2013 ist das Thema GEMA in wirklich aller Munde. Viele denken immer noch, dass der DJ die Veranstaltung dort melden muss. Da steht dann die Aufklärung an erster Stelle. Auch hier solltest Du fit sein und den Kunden angemessen beraten können.

Kenne Deine Kosten

Je bekannter Du als DJ bist und je besser Dein Ruf ist, desto höher kannst Du Deine Gage ansetzen. Logisch.

Bist Du relativ neu im Geschäft, solltest Du die Gage trotzdem nicht zu weit unten ansetzen, denn kalkulatorisch hast Du viele Rechnungen zu bezahlen wie:

  • Betriebsversicherungen
  • Krankenversicherung (bei Vollselbstständigen)
  • Steuern
  • Professionelles technisches Equipment
  • Transportmittel (PKW, Anhänger)
  • Benzin, Reparaturen, Wartung

Letztendlich ist es den Versicherungen, dem Finanzamt, dem Auto-Verkäufer und dem Tankwart egal, ob Du erst am Anfang Deiner DJ-Karriere stehst.

Und auch wenn Auflegen nur Dein Hobby ist – drauflegen willst Du doch nicht?

Und nun?

Anhand dieser Punkte merkst Du schon, dass es nicht leicht ist, für Dich eine angemessene Gage zu ermitteln. Wir sind in der freien Marktwirtschaft tätig und es gibt keine gesetzlichen Richtlinien in der Preisgestaltung für DJs.

Was zählt sind Deine Erfahrungen, Referenzen und das professionelle Auftreten. Das heizt die positive Mundpropaganda an und führt einen Interessenten letztendlich auf Deine Internet- oder Facebookseite oder er ruft Dich direkt an.

Fühlt sich der Kunde dann durch Dich auch noch kompetent beraten, erscheint ihm Dein Preis dann auch durchaus angemessen.

Ich für meinen Teil betreibe auf meiner Internetseite eine absolute Preistransparenz und informiere den Interessenten zu 100 % vorab. Somit kontaktieren mich nur die Leute, für die die Preisregion o.k. ist und ich erspare mir Endlosdiskussionen mit Kunden, die lieber einen Low-Budget-Kurs bezahlen wollen und versuchen mich dahin zu drücken.

Solltest Du also mal gefragt werden, warum Du teurer seist als DJ-Kollege XY, argumentiere mit:

  • Professioneller, ausfallsicherer Technik
  • Spezieller Service wie z.B. Funkmikrofone, zusätzliche Deko-Beleuchtung
  • Deine Erfahrungen und Referenzen
  • Hebt Deine Stärken hervor
  • WICHTIG: Rede niemals schlecht über Mitbewerber !!!
  • Gib dem Kunden etwas Zeit für seine Entscheidung. Vereinbare einen festen Termin, zu dem Du Dich spätestens meldest, solltest Du vom Kunden nichts gehört haben. Frag dann telefonisch nach, wenn sich der Kunde der Zeit nicht gemeldet. Dadurch signalisierst Du ihm weiteres Interesse. Und vielleicht hat er nur vergessen, sich um die Buchung des DJs zu kümmern …

Hat der Kunde nicht die Kohle für Dich (oder ist auch nach Deiner Beratung nicht bereit sie für Dich auszugeben): Auch für diese Kunden gibt es einen Markt und genügend Kollegen, die diesen bedienen. Dann lasse ich ihn gerne ziehen – allerdings ohne ihm bei der Suche nach einem passenden DJ behilflich zu sein.


Über Jay O’Gee

Jay O'Gee ist seit 23 Jahren hauptberuflich als DJ unterwegs. Foto: privat
Jay O’Gee ist seit 23 Jahren hauptberuflich als DJ unterwegs. Foto: privat

John O’Gallagher ist als „DJ Jay O’Gee“ seit 23 Jahren als hauptberuflicher DJ vor allem in Schleswig-Holstein und Hamburg unterwegs. Von 1994 bis 2014 waren seine Einsatzbereiche vor allem Clubs und Diskotheken. Seit 2001 sind es auch Betriebs- und Privatfeiern aller Art, Animations-Events und Zeltfeten sowie Open-Air-, Karaoke-, Ü-30- und Radio-Partys. Mehr Infos über Jay bekommst Du auf www.jayogee.de.

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5 Kommentare

    • Geh mal auf meine Internetseite. Da stehen die Kurse, die viele meiner Kollegen und ich in unserer Interessengemeinschaft anbieten.
      Damit fahren wir ganz gut.

      Und eines ist klar … NORMAL ist nichts in unserer Branche 🙂

  1. Das funktioniert alles wunderbar in Hamburg, nur wenn ich in meiner Region für eine normal große Hochzeit 700 € aufrufe, werde ich mit Mistgabeln durchs Dorf gejagt.
    Genau wie John, bin ich seit 24 Jahren DJ, mittlerweile auch Hauptberuflich.
    Alle ca. 20 DJ-Kollegen im ländlichen Umkreis von 20 km sind billiger als 350 € inkl. Technik. In den nächsten Großstädten liegen die Preise bei 500 € für Hochzeiten. Ich biete mehrere Pakete an und liege irgendwo dazwischen.
    Jeder DJ sollte eine vernünftige Preiskalkulation haben, mit allen Kosten und Abschreibungswerten. Es muss schon auf dem Papier Gewinn heraus kommen. Als DJ habe ich eine Firma und muss der Gewinnerzielungsabsicht nachkommen. Erst dann schaue ich nach den Kollegen im Umkreis. Passt mein Preis nicht in meine Region, überlege ich mir die Vermarktung in anderen Regionen. Da muss man halt etwas weiter fahren, damit es funktioniert.
    Viele DJs machen den Fehler und passen sich den Mitbewerbern an. Das aber die Firma des DJ X ganz andere Kosten hat, als die von DJ Y bedenken leider die wenigsten.
    Des Weiteren spielen Lebenshaltungskosten für die Gewinnkalkulation eine sehr große Rolle. Z.B. Ich wohne in 70m2 zur Warmmiete von 350 €. Das kann der Hamburger DJ bestimmt nicht. Mein Lager kostet inkl. Strom nur 50 € Im Monat, auch das kann der Hamburger DJ bestimmt nicht.

    Man kann für Deutschland keine Einigung der DJ Preise erreichen.

    LG
    Steven

    • Hi Steven,

      das war ja letztendlich das Fazit meines Artikels. Ich habe auch deshalb keine Zahlen genannt, weil ich weiss das es in anderen Regionen Unterschiede gibt.
      Du hast letztendlich alles richtig gemacht.

      Du hast den Markt studiert und einen für Dich akzeptablen Preis kalkuliert.

      Beste Grüße
      John

    • Hey Steven,

      danke für deine ausführliche Darstellung. Super, dass du den Markt zu beobachtest und schaust, was die Kollegen nehmen. Auch deine Kosten zu kennen und die Preise zu kalkulieren, die du brauchst, ist der perfekt!

      Meiner Erfahrung nach gibt es allerdings erhebliche Schwankungen bei den Preisen von DJs auch innerhalb einer Stadt / Region. Das liegt daran, dass verschiedene DJs unterschiedlich gut sind – und sich auch unterschiedlich gut „verkaufen“ können. Und die einzelnen Kunden eine unterschiedliche Zahlungsbereitschaft haben.

      Um mal einen Vergleich zumachen: Sonst würden bei dir im Ort alle Lada und Dacia fahren und die Verkäufer von BMW, Audi und Mercedes mit Mistgabeln jagen 😉

      An diesen Hebeln zu drehen (Rausstellen, was unterscheidet dich von anderen DJs? Überlegen, welchen Mehrwert kannst du deinen Kunden bieten? Welche Kunden willst du erreichen – den Kaninchenzüchterverein oder den Zahnarzt mit seiner Gattin (ok, ich dresche hier Vorurteile – aber du verstehst meinen Punkt)? Umfangreiches Marketing online mit Blog, Webseite, Facebook, Instagram etc.) kann dir einen deutlichen Preisvorsprung bringen.
      Beste Grüße
      Andreas

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