Musik & Mixen

Gut aufgelegt in der 9. Auflage – Interview mit Dirk Duske

Gut aufgelegt! - das DJ Buch von Dirk Duske. Grafik: Dirk Duske

Bücher über das DJing gibt es viele – das erfolgreichste deutschsprachige Buch „Gut aufgelegt!“, was jetzt auch auf Englisch erscheint, ist vom Chemnitzer Dirk Duske. Im Interview verrät uns Dirk, wie s zu dem Buch kam, was alles drin steht und welche Dinge es bei der inzwischen neunten Auflage neu gibt. Außerdem ist er seit vielen Jahren DJ Lehrer an der Städtischen Musikschule in Chemnitz. Eine Besonderheit in Deutschland, wo sonst an solchen Schulen ja eher Blockflöte, Gitarre und Violine unterrichtet wird.

Dein Buch wird als das deutsche „Standardwerk des DJings“ bezeichnet. Für die Leser, die „Gut aufgelegt!“ noch nicht kennen, erzähl doch mal was zu Dir und wie es zu dem Buch kam.

DJ bin ich seit 1985. Ich komme aus Chemnitz und habe zu DDR-Zeiten mit Tapes aufgelegt. 1990 probierte ich es kurz mit CDs. Aber der Plattenspieler faszinierte mich einfach mehr, zumal konnte ich mich mit ihm von anderen DJs bei uns vor Ort besser abzugrenzen,

Ich wollte dann zusätzlich noch Scratchen lernen. Damals gab es ja aber noch kein Youtube und praktisch keine Bücher zum Auflegen. Also musste ich mir das autodidaktisch beibringen.

Die Idee zum Buch reifte bereits Mitte / Ende der 90er. Während meines Studiums habe ich die ganze Zeit aufgelegt. Ich habe zunächst sechs Jahre Maschinenbau studiert und dann 4 Jahre Medientechnik. Auch in meinem Zweitstudium musste ich eine Diplomarbeit schreiben. An der habe ich zwei Jahre gedoktert und umfasste mal eben 230 A4-Seiten. Das war dann die Grundlage für das spätere Buch.

Die Schreibweise habe ich aber natürlich schon damals für die erste Auflage des Buches angepasst, da eine Diplomarbeit doch zu langweilig zu lesen wäre.

Was findet der Leser in Deinem Buch?

Zunächst mal auf über 80 Seiten einen Einstieg über die Geschichte des DJings, denn das gibt ein gewisses Verständnis für Musikrichtungen, wo sie herkommen und wie sie die Grundlage für die heutige Musik bilden.

Dann einen Überblick über das Equipment. Damit will ich den Lesern zeigen, welche Möglichkeiten es gibt und was sie brauchen. Indem ich ihnen aufzeige, wie viel sie für vernünftige Qualität mindestens investieren müssen, möchte ich ihnen helfen, gleich das richtige Equipment zu kaufen, statt zunächst unnötig Geld für billiges Zeugs auszugeben. Dabei erhalten die Leser auch einen Überblick, wie das Equipment funktioniert.

Als nächstes werden die DJ Skills erläutert: Beatmatching, Mixing, Beatjuggling usw.

Nach dem Technischen geht es um den Aufbau einer Musiksammlung, egal ob mit physischen Tonträgern oder mit Musikdateien. Dazu gehört auch, wo ich die Musik zum Auflegen legal finde.

Der Leser erfährt, wie er sich als DJ vermarktet und zu Gigs kommt. Weiter geht es dann, wie er seine Gigs besteht – also wie er dramaturgisch richtig auflegt und zur richtigen Zeit die richtige Musik spielt. Dazu gehört natürlich auch, das Publikum zu lesen.

Wenn der DJ schon ein paar Gigs gespielt hat, geht es um die kostenlose, aber legale Musikbeschaffung, z.B. über DJ Pools und nationale und internationale Bemusterungen.

Der letzte Abschnitt gibt Tipps zum Produzieren. Auch wenn „Gut aufgelegt!“ kein Buch über das Produzieren ist, gebe ich grundlegende Tipps, was elektronische Musik erfolgreich macht. Hier geht es eigentlich darum, sich als DJ eine Art „Visitenkarte“ aus eigenen Produktionen zu erstellen, die einem letztendlich zu weiteren Gigs verhelfen.

Richtest Du Dich an Einsteiger oder auch an erfahrenen DJs?

Das Buch ist für alle, die sich für das DJing interessieren, angefangen von Leuten, die selber gar nicht auflegen, sondern nur neugierig sind, was DJs eigentlich machen. Aber natürlich auch für alle DJs, die etwas (dazu) lernen möchten.

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4 Kommentare

  1. Gibt es das Buch auch als ebook? Bei Amazon isr es leider nur als Print-Fassung zu haben.
    In der heutigen Zeit bin ich der Meinung dass man mit ebooks solche Inhalte wesentlich besser platzieren könnte. Dann wären ergänzend weder eine Homepage noch eine DVD notwendig und auch die Überarbeitung und Neuauflage könnte den Lesern einfach zur Verfügung gestellt werden.

    Grüße

    DJ Houseband

  2. Hallo Andreas,

    das ist echt schade, grade heute wo doch inzwischen der ebook-Markt deutlich zu nimmt und gleichzeitig die Kosten für ein ebook für den Leser bei all der Buchpreisbindung günstiger sind, wäre das eine interessante Ergänzung.

    Ich selbst lese inzwischen alles ausschließlich nur noch digital.

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