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Native Instruments startet Stems-Music.com

stems-music.com
Das offene, mehrspurige Audio-Format. Bild: stems-music.com

Seit den Ankündigungen des Stems-Formats , von Traktor Pro 2.8 und des Traktor Kontrol D2 haben alle ganz gespannt auf die ersten Audio-Dateien im Stem-Format gewartet. Jetzt hat Native Instruments eine eigene Webseite dazu an den Start gebracht: stems-music.com.

stems-music.com erklärt näher, was sich hinter den Stems verbirgt und wie Du sie als DJ oder DJ/Producer einsetzen kannst.

Stems sind ein offenes, mehrkanaliges Audioformat und erweitern die kreativen Möglichkeiten von DJs, die nicht mehr nur fertig gemasterte Stereospuren abspielen und manipulieren können. Jede Stem-Datei enthält einen Track, der in vier musikalische Elemente unterteilt ist, etwa Drums, Bassline, Melodie und Vocals.

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Das Stems-Format erlaubt die freie Interaktion mit den einzelnen musikalischen Elementen von Tracks, fast so als hättest Du Zugriff auf die einzelnen Spuren des Masters aus dem Studio. Jede der vier ‘Stems’ (Spuren) lässt sich individuell steuern – so kannst Du ganz anders mixen, remixen, Mash-ups bauen oder direkt auf Instrumentals oder A Cappellas zugreifen. Du kannst einzelne Stems ein- und ausblenden oder Effekte auf ausgewählte Stems anwenden, während die anderen Stems unbearbeitet bleiben. Richtig spannend wird es, wenn Du die Stems auf mehreren Decks einsetzt, um beispielsweise die Vocals eines Tracks mit den Beats eines anderen Tracks zu verbinden. Ein englischsprachiges Video auf stems-music.com zeigt sehr schön, welche Möglichkeiten Du als DJ zur Verfügung hast (das Video habe ich unten verlinkt). Sehr schön in dem Video: das Online-Portal „DrumHarbor“ 🙂

Native Instruments hat in den letzten Monaten viel gearbeitet: auf der einen Seite wurden Producer und Labels gewonnen, die ihre Musik (auch) in dem neuen Format veröffentlichen, auf der anderen Seite Musikportale, die jetzt Stems in Ihr Angebot aufnehmen. Auf stems-music.com wird eine Liste der Online-Stores gezeigt, die Stems anbieten: mit Beatport, Juno und Traxsource sind die drei Platzhirsche der elektronischen Tanzmusik dabei, mit whatpeopleplay und Wasabeat auch noch zwei kleinere Portale. Als Generalisten fehlen allerdings amazon und iTunes. Es werden bereits 34 Label geführt, die Musik im Stems-Format veröffentlichen.

Als bislang einzige DJ Software unterstützt Traktor Pro Stems. Hardware, die die volle Kontrolle über Stems erlaubt, ist zunächst auch nur von Native Instruments verfügbar: Traktor Kontrol D2, Kontrol S8 und Kontrol F1 sind bereits für die direkte Kontrolle der Stem-Decks in Traktor gebaut. Allerdings kann wie bisher auch jedes andere MIDI-fähige Gerät auf Traktor gemappt werden. Stems-music.com pflegt auch eine Liste der Hard- und Software.

Da Stems aber als offenes, lizenzfreies Format veröffentlicht wurde, wird auf stems-music.com sicherlich zu Recht davon ausgegangen, dass auch andere Hersteller in Kürze Stems-kompatible Software und Hardware anbieten werden. Für Entwickler steht wohl eine sehr umfangreiche technische Dokumentation zur Verfügung, die die Einbindung in Hard- und Software möglich macht.

Wenn Dir als DJ noch keine Software oder Hardware mit Stems-Unterstützung zur Verfügung steht, kannst Du Stem-Dateien (sie haben das Format .stems.m4a) auch als normale Stereo-Audio-Dateien abspielen. Dies ist mit allen Standard-mp4-kompatiblen DJ-Anwendungen oder Media-Playern möglich – es ist keine spezielle Software oder Hardware erforderlich.

Das Stem Creator Tool
Das Stem Creator Tool sieht sehr einfach zu bedienen aus. Bild: stems-music.com

Zum Schluss gibt stems-music.com noch einen ersten Ausblick auf das Stem-Creator-Tool. Dieses wird es demnächst kostenlos geben, so dass jeder Producer seine Arbeit in wenigen Schritten aus seiner DAW ins Stem-Format bringen kann. In einem englischsprachigen Video wird sehr anschaulich erklärt, wie der Producer frei entscheiden kann, welche Elemente seines Tracks er zu den vier Stems bündelt. Dann exportiert er die vier Elemente, mastert sie gemeinsam mit der Stereospur und importiert die vier Stems und die Stereo-Spur in den .m4a-Container. Dabei kann er im Stem-Creator-Tool noch die Kompression festlegen, die bei der Wiedergabe auf die Stems angewendet wird.

Was hältst Du von dem neuen Format? Sehnsüchtig erwartet um noch kreativer aufzulegen? Oder nur ein weiterer Versuch, uns DJs das Geld aus der Tasche zu ziehen? Schreibe Deine Meinung in die Kommentare …

[vc_video title=“Video von stems-music.com (englisch)“ link=“https://www.youtube.com/watch?v=P0feFSzCn1Q“][vc_video title=“Video zum Stem Creator Tool (englisch)“ link=“https://www.youtube.com/watch?v=NB9F7edMzM4″]

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