Serato bringt Serato Sample Plugin

Serato Sample. Foto: Serato
Serato Sample. Foto: Serato

Serato, uns DJs bekannt als Hersteller einer der großen DJ Weichwaren, stellt Serato Sample vor. Das ist ein qualitativ hochwertiges Plugin für die Musikproduktion, das das Samplen „einfach, schnell und spaßig“ machen soll.

Dieses Marketing-Blah aus der Pressemitteilung klingt erst einmal nach Spielzeug. Bei genauerem Hinsehen, ist das Plugin aber ein ernsthaftes Tool für Producer, die mit Samples arbeiten. Serato packt in das Plugin seine Pitch’n Time Technologie rein, die seit über 20 Jahren im Studiobereich Standards setzt beim Ändern der Tonhöhe (unter Beibehaltung der Geschwindigkeit) und der Geschwindigkeit (unter Beibehaltung der Tonhöhe).

Dazu kommt Unterstützung zum Auffinden von Samples in Tracks. Das Tool schlägt pro Track 16 Stellen vor, die ganz einfach anzuspringen und abzuhören sind. Das soll ähnlich einfach gehen und für Überraschungen sorgen, als wenn du bei der klassischen Sample-Suche die Nadel des Plattenspielers immer wieder mal neu aufsetzt auf der Scheibe.

Ist ein Sample gefunden, lässt es sich einfach ausschneiden. Mit der von Serato DJ gewohnten Qualität werden Tonart und BPM erkannt. Das oben beschriebene Pitch-N Time lässt dann – auch extreme – Veränderungen von Tonart und Geschwindigkeit zu. Serato spricht von Veränderungen z.B. der BPM von 1 bis 999 in Studio-Qualität.

Das Plugin bietet weitere Manipulationsmöglichkeiten für jedes Sample. Neben einem Lautstärkeregler steht ein Filter zur Verfügung und es lassen sich Attack und Release einstellen. Ebenso lässt sich die Abspielrichtung des Samples umkehren.

Im sogenannten Keyboard-Modus lassen sich die Samples wie mit einem Synthesizer spielen. Das geht wahlweise monophon (wie in DJ Software) oder auch polyphon (wie bei höherwertigeren Synthies).

In dem Plugin lassen sich Samples genauso einfach laden und triggern, wie wir das aus Serato DJ (oder anderer DJ Software) gewöhnt sind.

Das Serato Sample Plugin läuft in jeder Musikproduktions-Software, die AU/VST-Plugins unterstützt, also z.B. Ableton Live, FL Studio, Logic Pro und Maschine.

Serato Sample steht ab sofort zum Download bereits. Entweder als kostenlose Trial-Version, die auf 30-Tage begrenzt ist, oder zum Kauf für 99 US$ (ca. 85 €). Wenn du es herunterlädst, bekommst du zusätzlich ein Paket Loopmasters Sample Packs. Auf Serato.com stehen eine Reihe (englischsprachiger) Tutorials dazu bereit.

Noch ein paar Worte zu Serato Sample und Sampling:

Das Plugin dient der Musikproduktion, es lässt sich nicht in Serato DJ einbinden.

Im Pressetext verspricht Serato vollmundig „Studio-Qualität“. Auch hier gilt natürlich trotzdem die „Shit in – shit out“ Regel. Sprich, wenn du als Quelle für deine Samples Audio-Dateien mit minderwertiger Audio-Qualität nutzt (angefangen von den berühmten Youtube-Rips oder Mitschnitten aus Internet-Radios über MP3s bis zu WAV-Dateien), wird daraus niemals Studio-Qualität werden. Im besten Fall verschlechtert sich die Audio-Qualität nicht weiter.

Wenn du tatsächlich auf Studioqualität wert legst (hier sind 96 KHz mit 24 bit Standard), solltest du aus entsprechenden Quellen samplen. Mein Tipp ist hier Qobuz.com, wo über 70.000 Alben in Studio-Qualität angeboten werden. Wirst du dort nicht fündig, sind Dateien mit 44,1 KHz und 16 bit, also echte CD-Qualität das Format der Wahl. Entweder als Ripp von der CD als WAV, FLAC bzw. ALAC oder aus dem Download-Store deiner Wahl. Musik der letzten Jahre findest du bei Junodownload, Traxsource, Whatpeopleplay, Beatport oder Qobuz. Letzerer ist gerade auch bei älterer Musik eine hervorragende Quelle, sie bieten über 40 Millionen Tracks in CD-Qualität (44,1 KHz, 16 bit) an.

Promo Video Serato Sample (englisch)

 


Foto: Serato

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