DJ Hardware

Test & Video: Denon DJ SC5000 Prime

Denon DJ SC5000 Prime
Denon DJ SC5000 Prime. Foto: Andreas Paul // einfachauflegen.de
  • Autoren-Wertung
  • bewertet 4 Sterne
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  • 80%

  • Denon DJ SC5000
  • Rezensiert von:
  • Veröffentlich am:
  • Zuletzt überarbeitet: 8. September 2017

Zur Musikmesse 2017 in Frankfurt hat inMusic den neuen Medienspieler aus der Profiklasse vorgestellt: Denon DJ SC5000 Prime. Aus der selben Serie gibt es noch einen vier Kanal Clubmixer X1800 Prime, einen DJ Plattenspieler VL-12 Prime und die zum Medienspieler passende Software Engine Prime zur Vorbereitung der Tracks. Marketing-mäßig blies Denon DJ unter dem Motto „Change your Rider“ zum Großangriff auf den Platzhirsch Pioneer DJ. In diesem Testbericht stelle ich dir den Medienspieler ausgiebig vor.

Auspacken

Bereits vor dem Auspacken fällt auf, dass der Karton sehr leicht ist. Das liegt daran, dass das Gehäuse des SC5000 Prime bis auf die Arbeitsoberfläche aus grauem Aluminium aus hochwertig verarbeitetem Kunststoff gefertigt ist. Im Karton finden sich außer dem Player eine mehrsprachige Bedienungsanleitung, ein schwarzes Mikrofasertuch zur Reinigung des Touch-Displays und ein ganzes Arsenal an ordentlich verarbeiteten Kabeln: 2 x Cinch, 1 x USB, 1 x USB Verlängerung, Netzwerkkabel und ein Netzkabel.

Erster Eindruck

Das gesamte hintere Viertel des Gerätes ist deutlich geneigt, so dass sich dem Benutzer das Display, der Browse-Encoder und die Tasten zur Auswahl der Medien bedienerfreundlich entgegenrecken.

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Einschalten – Denon DJ Gedenkminute mit kleiner Lichtshow und dann: das Display ist der Hammer. Gestochen scharf, tolle Farben, Multi-Touch, super flüssige Bedienung. Denon DJ erreicht am SC5000 Prime das, was man von hochwertigem Smartphone oder Tablet gewöhnt ist. Echt Klasse.

Das Display des Denon DJ SC5000
Das Touch-Display bedient sich super, beinhaltet viele Infos und ist extrem gut abzulesen. Foto: Denon DJ

CD-Slot ist nicht. Vermisse ich an einem Gerät aus dem Jahr 2017 nun auch wirklich nicht. Vorne gibt es schön zurückgesetzt je einen Slot für USB und SD-Card. So sind die Medien prima geschützt – nur lange USB Sticks wie meine Corsair Flash Voayger GT stehen dann doch noch etwas vor – also lieber SD-Karte oder kurze USB-Sticks wählen. Markierungshilfen auf der Arbeitsoberfläche erlauben es mir, die Medien einzustecken, ohne dass ich mich bücken muss. Wer sich doch bückt, stellt fest, dass die Slots dezent indirekt beleuchtet sind und findet so selbst im dunkelsten Club die Steckplätze.

Nächstes Highlight ist das Jog Wheel. Knapp 18 cm Durchmesser an der Oberseite, die Basis ist mit rund 22 cm noch deutlich größer. Berührungsempfindliche Oberfläche aus gebürstetem Alu, in der Mitte ein rundes Display, das Cover Art und einen kreisenden Scratchmarker anzeigt. Beim Loopen oder Wechsel des Layers (dazu später mehr) werden ebenfalls gut ablesbar entprechende Infos angezeigt. Auf Wunsch wird statt der Cover Art auch das eigene DJ-Logo eingeblendet. Neben dem inneren Display hat das Jog Wheel noch einen äußeren LED-Ring. Dessen Farben lassen sich anpassen. Er signalisiert durch Farbwechsel, welches (virtuelle) Layer gerade gesteuert wird und kündigt auf Wunsch das nahende Trackende durch Blinken an.

Die Verarbeitungsqualität ist beeindruckend. Es läuft richtig gut und satt. Fühlt sich sehr wertig und nach Profi-Werkzeug an. Gegenüber dem bisherigen Massstab Pioneer DJ CDJ 2000nxs2 eine andere Liga. Einschränkend sei gemerkt, dass das gilt, wenn das „Wheel Adjust“ auf der leichtesten Position steht. Dazu später mehr.

Nächste Latte, die Denon DJ ein deutliches Stück höher legt, sind die acht Performance Pads. Sie sind in einer Reihe angeordnet, haben einen sauberen Druckpunkt und sind kontextabhängig RGB-hintergrundbeleuchtet. Sie dienen zur Steuerung von Hotcues, Loops, Rolls und Slicer. So gibt es nun einen Medienspieler, der das bietet, was selbst einfache DJ Controller schon lange können.

Auf den ersten Blick nicht sofort ins Auge springt die Layer-Taste. Sie ist das nächste Erbe von DJ Controllern, mit ihr kannst du zwischen zwei Decks umschalten. Dazu später mehr.

Die Arbeitsoberfläche ist aus gebürstetem Alu in dunklem Grau. Sehr großzügig und aufgeräumt. Alles da und an den Stellen, wo man es von einem professionellem Gerät erwartet. Die Verarbeitungsqualität des Gehäuses ist ausgesprochen hoch.

Bedienung

Die Bedienelemente sind alle sehr hochwertig gearbeitet. Der Browse-Encoder ist sehr schön groß und griffig sowie mit einem flächigen LED-Ring gut beleuchtet. Das Gleiche gilt für den Loop-Encoder.

Der Drehknauf für „Wheel-Adjust“ wirkt in fünf Stufen mechanisch auf den Drehwiderstand des Jog Wheels. Das Ganze ist etwas schwergängig, in der Praxis wird jeder DJ aber nur einmal seinen bevorzugten Drehwiderstand einstellen und gut ist. Die fünf Stufen sind aus meiner Sicht völlig ausreichend und decken ein weites Spektrum ab. Diese mechanische Bremse wirkt allerdings nicht gleichmässig auf das Jog Wheel, sondern führt – abhängig von der Position des Jogs – zu einem unterschiedlich starken Drehwiderstand. Für meinen Geschmack ist die leichteste Einstellung bietet bereits einen deutlichen Widerstand und ist für meinen Geschmack perfekt. Wer allerdings wirklich gerne mit hohem Widerstand arbeitet, sollte einen Bogen um den SC5000 Prime machen.

Die Start-Time lässt sich nicht einstellen – eine Funktion, der ich aber keine Träne nachweine. Sehr schön dagegen die Einstellmöglichkeiten für die Stopp-Zeit um schöne Plattenspieler-Effekte zum Auslaufenlassen des Songs zu haben.

Ansonsten sind die üblichen Bedienelemente vorhanden: Play/Pause, Cue, Beat Jump vor/zurück (das per Shift als Search-Funktion dient) , Track vor/zurück, Censor / Reverse, Loop In / Out, Vinyl, Master, Sync, Slip, Key Lock und Pitch Bend. Der Tempo-Fader ist mit 100 mm schön lang und läuft schön satt und gleichmässig. Er hat keinen Klick am Nullpunkt, dieser wird mit einer kleinen LED signalisiert. Beim Wechsel zwischen den Layern unterstützen kleine Pfeil-LEDs, den virtuellen Fader wieder aufzunehmen.

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