Test & Video: Reloop Terminal Mix 8

Reloop Terminal Mix 8 Test & Video
Reloop Terminal Mix 8 Test & Video. Foto: einfachauflegen.de
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  • bewertet 4 Sterne
535 bis 579
  • 80%

  • Reloop Terminal Mix 8
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  • Veröffentlich am:
  • Zuletzt überarbeitet: 25. November 2015

Reloop Terminal Mix 8

Reloop beschreibt den Terminal Mix 8 als seinen Flaggschiff Controller. Bei diesem Controller haben sich die Reloop-Entwickler offenbar einen besonders großen Block genommen, um alle ihre Anforderungen an das Gerät zu Papier zu bringen. Herausgekommen ist ein 4-Kanal Controller für und mit Serato DJ, der hinsichtlich Ausstattung kaum einen Wunsch offen lässt. Der Terminal Mix setzt so ziemlich alles um, was man in Serato DJ per Hardware bedienen kann. Wo andere DJs etwas in der Software ändern müssen, findet der Terminal Mix 8 Nutzer fast immer einen Schalter oder Regler. Wirklich beeindruckend.

Wir haben ihn mit Firmware V0.20Serato DJ 1.7.8 am Mac mit OS X 10.10.5 getestet.

Auspacken / Erster Eindruck

Der Terminal Mix 8 ist mit seinen 5,3 kg, rund 53 cm Breite mal 36 cm Tiefe ein durchaus ordentliches Werkzeug. Er braucht Arbeitsfläche beim Aufstellen sowie Platz und Oberarme beim Transport. Belohnt wird der DJ mit einer umfangreichen Ausstattung, die ihresgleichen sucht.

Das Layout des Terminal Mix 8 ist klassisch – zentrale Mixersektion, außen die Decks mit der Transport-Sektion unten, den Jog Wheels darüber, dann den Performance Pads und ganz oben einer umfangreichen Effekt-Sektion. In der Anordnung findet sich jeder DJ sofort zu recht, der schon einmal einen klassisch strukturierten Controller unter den Fingern hatte. Etwas zwiegespalten bin ich nur bei der Position der Browse/Load-Sektion: Der Browse Encoder sitzt gut erreichbar zwischen den Drehreglern der Mixsektion und den CUE-Tasten. Die Load-Tasten rechts und links davon in den jeweiligen Kanalzügen. So weit, so praktisch. Allerdings wird damit die Logik der Kanalzüge durchbrochen, die traditionell den Weg des Signals durch ein Mischpult nachzeichnen. Vom rückseitigen Eingang (ok, den gibt es bei einem Controller oft nicht) über Kanal-Gain, EQ, Filter, Cue bis zum Kanal- und dann Cross-Fader. Nach dieser Logik sollten die Load-Tasten oberhalb der Gain-Regler oder eben an den Decks sitzen.

Reloop Terminal Mix 8
Der Reloop Terminal Mix 8 ist großzügig gezeichnet, klar gegliedert und prima beschriftet. Wer schon einmal einen klassischen Controller bedient hat, kommt mit ihm sofort zurecht. Foto: Reloop

Die dunkelgraue Arbeitsoberfläche des Terminal Mix 8 ist wie das ganze Gehäuse aus Metall, dessen oberen und äußeren Seiten mit einem schwarzen, abgerundeten Kunststoffrahmen geschützt sind. Befestigt ist die obere Metallplatte mit 18 kleinen Kreuzschlitzschrauben, was dem Gerät einen etwas spröden, technischen Charakter verleiht. Die Oberfläche ist klar strukturiert und sehr gut beschriftet, was eine leichte Orientierung ungemein erleichtert.

An der Vorderseite befinden sich neben den Wahlmöglichkeiten für den Crossfader zahlreiche Anschluss- und Einstellmöglichkeiten. Für Crossfader sind die vier Kanäle mit Schaltern zuordenbar, die Crossfader-Kurve lässt sich mit einem geriffelten Drehregler stufenlos ändern. Zwei Kopfhörer und ein Mikrofon finden Zugang zum Controller. Das Mikrofon und ein Kopfhörer mit großer Klinke, ein zweiter Kopfhörer mit Mini-Klinke. Die Tonhöhe der Kopfhörer und des Mikrofons ist jeweils einstellbar – sehr praktisch. Beim Mikrofon erlaubt es, den Sprecher, Rapper, Sänger klanglich an Raum und Anlage anzupassen, beim Kopfhörer, um genau die Elemente der Tracks zu betonen, auf die gemixt wird. Die Lautstärke für den Kopfhörer und der Cue-Mix werden oben in der Mixersektion geregelt. Für das Mikrofon ist an der Vorderseite auch die Lautstärke regelbar. Über Schiebeschalter wird gewählt, ob es AUX-Eingang und das Mikro jeweils direkt auf den Masterausgang oder in die Software geroutet werden, wo sie (mit) aufgenommen werden können. Für den rückwärtigen Line- / Phono-Eingang ist hier vorne auch die  Lautstärke festlegbar. Bis auf den kleinen Regler für die Crossfader-Kurve lassen sich alle Regler an der Front für den Transport versenken.

Die Ausgänge des Reloop Terminal Mix 8
Die Ausgänge des Reloop Terminal Mix 8 haben auch einen separaten Booth-Anschluss und einen symmetrischen Masterausgang, Foto: Reloop

An der Rückseite finden sich Anschlüsse für das Netzteil, das mit Hilfe einer schraubbaren Schlaufe gegen unbeabsichtigtes Herausziehen sicherbar ist, und USB sowie ein einzelner Cinch-Eingang, der wahlweise ein Phono- oder Line-Signal entgegennimmt. Dazu die passende Erdungsschraube für Plattenspieler. Bei den Ausgängen finden sich je ein Master-Ausgang mit Cinch bzw. 6,3 mm Klinke und ein Booth-Ausgang (Cinch). Die Lautstärke der Ausgänge wird zentral in der Mixersektion geregelt. Bei einem Flaggschiff-Controller hätte ich mir einen zweiten Phono-/Line-Eingang und für den symmetrischen Masterausgang  verriegelbare XLR-Buchsen gewünscht.

Das Steckernetzteil wird mit passenden Adaptern für die USA und England geliefert, so dass einem Auslandseinsatz nichts im Wege steht. Ohne Saft ist der Terminal Mix 8 nicht zu betreiben. Insofern ist die kleiner Power-LED oberhalb der rechten Shift-Taste überflüssig. Dass kein Strom anliegt, ist auch so gut zu erkennen: dann liegt das Gerät im Dunkeln. Praktischer ist da schon die LED oberhalb der linken Shift-Taste. Sie zeigt an, wenn MIDI-Befehle losgeschickt werden – hilfreich für diejenigen, die sich selber Mappings basteln.

An der rechten Außenwand hinten findet sich noch eine Aufnahme für ein Kensington-Schloß, um das gute Stück gegen Diebstahl zu sichern.

Der Terminal Mix 8 glänzt mit 16 anschlagdynamischen Performance Pads aus Gummi, die per LED in RGB hintergrundbeleuchtet sind. Dito die vier zentralen Tasten in jeder Transportsektion. Gummiert sind auch die griffig-großen, farblich hervorgehobenen Regler für die Filter und die Masterlautstärke. Der schwarze Browse Encoder ist aus Leichtmetall, alle anderen Tasten und Regler sind aus Plastik. Alle Tasten – außer den Performance Pads – und die Encoder für Browse, Sampler Lautstärke und Loop-Größe verfügen über einen gut wahrnehmbaren Druckpunkt. Alle Bedienelemente haben eine praxisgerechte Größe, hier wurden keine Kompromisse gemacht. Alle Tasten des Terminal Mix 8 sind per LED hintergrundbeleuchtet. Die Leuchtstärke aller Tasten – außer für die immer hell leuchtenden Tasten Play/Pause, CUE, Stutter und die Performance-Pads – ist durch einen kleinen Drehregler an der Rückseite des Gehäuses anpassbar. Sehr praktisch, wenn der Terminal Mix 8 seinen Einsatzort zwischen Strandbar und Nachtclub wechselt. Allerdings leuchten die bläulichen LEDs in den Tasten deutlich heller als andere Farben (mit Ausnahme der drei oben genannten Tasten in der Transportsektion).

Mixersektion

Die Kanalzüge sind mit Gain, 3-fach EQ und bipolarem Filter vollständig ausgestattet. Auch sonst sind mit Master und Booth Volume sowie Kopfhörer Lautstärke und Cue Mix die Encoder in der Mitte der Mixersektion genau da, wo sie sich ein DJ wünscht. Zusatzpunkte sammelt der Teminal Mix 8 mit einem weiteren Encoder zum Einstellen der Lautstärke der Samples (mehr dazu unten) und einer umfangreichen Navigations- und Loadabteilung. Die Sichten in Serato DJ werden über die View- und Area-Tasten unterhalb des Browse Encoders schnell und bequem über den Controller geändert. Mit Hilfe der „Prepare“ Taste wird ein ausgewählter Track blitzschnell in die entsprechende Sektion in Serato befördert um dort auf die weitere Behandlung zu warten. Effizient.

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