Warnung an DJs bei iTunes 12.2 Upgrade

iTunes 12.2 Logo
iTunes 12.2 Logo. Bild: Apple

DJs sollten immer vorsichtig sein, wenn sie eine Software aktualisieren, sei es eine Firmware, einen Treiber, eine DJ Software, ein Betriebssystem oder eine Software, die ihre Musik verwaltet. Diesmal betrifft es DJs, die iTunes nutzen, von dem es mit iTunes 12.2 eine neue Version gibt. Die meisten von uns werden iTunes 12.2 ohne ihr Zutun durch die Auto-Update Funktion auf ihrem Rechner haben. Die berichteten Probleme gelten für die Windows- und Mac-Versionen von iTunes 12.2. gleichermaßen.
iTunes hat einmal begonnen als Software, mit der Du Deine Musik verwalten und sie auf Deinen iPod überspielen konntest. Heute ist es eine eierlegende Wollmilchsau mit angeschlossenem Supermarkt für Videos, Spiele, Radio, Podcasts, Universität und Streaming Dienst. Uns als DJs hat das nicht wirklich gestört, solange iTunes unsere Musik vernünftig verwaltet hat. Und das hat es bisher besser als die meisten anderen Programme gemacht. Zu aller Bequemlichkeit erlaubt praktisch jede DJ Software den Zugriff auf die iTunes Musik-Bibliothek und die darin enthaltenen Wiedergabelisten.

In diversen englischen und deutschen Foren und Webseiten gibt es Hinweise und Warnungen, dass es bei der Aktivierung der iCloud-Musikmediathek in iTunes 12.2 Probleme geben kann. So können Meta-Daten mit falschen Informationen überschrieben werden, also Songs mit falschen Namen und falscher Cover-Art versehen werden.

Benutzer von rekordbox, Traktor Pro und Serato DJ berichten von Schwierigkeiten mit der iTunes-Integration in die jeweilige DJ-Software.

Aufzupassen gilt es auch beim Dienst iTunes Match. Wer dort als Kunde – für 25 € pro Jahr – bis zu 25.000 Titel speicherte, bekam diese gematcht, wenn iTunes sie kannte, oder hat sie tatsächlich hochgeladen. Die Tracks konnten dann auf allen Geräten abgespielt werden. Auch ein Download war ohne Einschränkungen möglich. iTunes 12.2 bietet mit iCloud Music Library einen ähnlichen Service, nur dass die Stücke beim Download nun mit DRM, also digitalem Rechte-Management, versehen sind. Damit unterliegen sie bestimmten Einschränkungen, vor allem können sie nur so lange abgespielt werden, wie ein Abo bei Apple Music besteht. Damit braucht man auf jeden Fall ein von Apple unabhängiges Backup seiner Musik-Dateien. Der Apple Service taugt nur noch dazu, seine Songs plattformübergreifend zum Hören bereitzustellen. Denn wer will schon Tracks, die er regulär ohne DRM gekauft hat, aus seinem Backup mit DRM verschlossen zurückerhalten?

Auf heise.de gibt es einen ausführlicheren Bericht dazu.

Um das Schlimmste zu umgehen, solltest Du zunächst einmal nicht auf iTunes 12.2 updaten. Wenn Du es bereits getan hast, solltest Du auf jeden Fall die Verwendung der iCloud-Mediathek ablehnen, wenn iTunes 12.2 nach der Anmeldung mit der eigenen Apple ID danach fragt. Und erstelle ein Sicherung Deiner Musiksammlung unabhängig von iTunes, z.B. auf einer externen Festplatte.

Außerdem solltest Du nach Updates Deines DJ-Software Ausschau halten, da die Hersteller sicherlich daran arbeiten, die Integration mit der neuen iTunes 12.2 Software zu verbessern.

Falls Du auch der Verwendung der iCloud Mediathek bereits zugestimmt hast, empfehlen wir Dir, in den iTunes Einstellungen auf Deinem DJ Rechner folgende Funktionen zu deaktivieren:

  • Allgemein: Apple Music einblenden
  • Store: Wiedergabedaten geräteübergreifend synchronisieren

So praktisch die Cloud-Funktionen sein können, um Musik zu entdecken und zu hören, so komplex sind sie auch – und so viele möglichen Kinderkrankheiten bringen sie mit sich. Als DJ müssen wir eine klare Trennlinie ziehen zwischen „unserer“ Musik (dem abgeschirmten Heiligtum, das wir zum Auflegen verwenden) und dem Rest, also der Musik, die wir konsumieren oder zum Entdecken hören. Beim Zweiten können wir Einschränkungen hinnehmen, beim Ersten ist das vollkommen inakzeptabel.

iTunes ist sicherlich nach wie vor ein mächtiges Werkzeug zur Verwaltung von Musik-Dateien, vor allem im Vergleich zu den in diesem Bereich traurigen bis mittelmäßigen Fähigkeiten der meisten DJ-Programme. Die intelligenten Wiedergabelisten sind bärenstark. iTunes erlaubt es uns, unsere Musik auf verschiedenen Geräten zu speichern, zu hören, zu sortieren und zu verwalten.

Im Lauf der Zeit werden die verschiedenen Probleme behoben werden und auch wir DJs werden wieder arbeiten können, wie wir es gewohnt waren (mal abgesehen von der DRM-Geschichte – hier erwarte ich keine Änderung, da wird Apple Music sich wohl vertraglich bei der Musikindustrie verpflichtet haben). Vielleicht wird Apple auch auf den Windows- und Mac-Rechnern iTunes aufspalten mit einer getrennten App für Apple Music, wie es bereits auf dem iPhone / iPad geschehen ist? Oder wir DJs müssen uns einen anderen Weg suchen, um unsere riesigen Musiksammlungen zu verwalten.

Hast Du auf iTunes 12.2 aktualisiert? Hast Du Probleme mit der iCloud-Mediathek bemerkt oder läuft alles wie zuvor? Andere Beobachtungen, die Du gemacht hast? Bitte nutze die Kommentare um Deine Erfahrungen mit uns zu teilen…

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1 Kommentar

  1. na toll :/ meine ganze musik ist jetzt geschützt (DRM) und ich kann sie im traktor nicht mehr öffnen. wtf, hät ich doch aufgepasst…

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