User-Fragen

Wie unterscheiden sich die Mixe eines Tracks?

Mix
Welcher Mix ist der richtige? Foto: Discogs.com

Heute haben wir eine Frage, die uns immer wieder gestellt wird. In diesem Fall kommt sie von unserem Leser Jan aus Köln, er fragt: „Von vielen Liedern gibt es verschiedene Versionen oder Mixe. Wie unterscheiden die sich – und welche kaufe ich am besten?“

Remixe lasse ich mal außen vor – das sind Mixe, die von anderen Künstlern gemacht werden, die der Musik noch weitere Elemente hinzufügen. Das kann so weit gehen, dass das Original und der Remix kaum noch etwas miteinander zu tun haben. Von einem Remix selbst kann es auch wieder unterschiedliche Versionen geben. Auch wenn es keine festen Regeln gibt, die folgenden Hinweise helfen Dir sicher bei der Orientierung bei den verschiedenen Mixen, die Du als Download, auf einer CD oder einer guten alten Vinyl-Maxi findest.

Es kann sein, dass Du noch auf weitere Bezeichnungen triffst, die kannst Du aber gut in das Raster einordnen.

Original Mix

Wie der Name schon sagt: der Mix, der von dem Track zuerst gemacht wurde. Er ist normaler Weise auch als erster Mix auf der CD, 12“ Vinyl oder im Download Paket. Es ist die Version, die der Produzent als vollständiges Werk ansieht, z.B. mit längeren Breaks oder Drops, was aber fürs Radio zu lang ist.

Radio Mix

Eine auf drei oder vier Minuten gekürzte Version des Original-Mixes. Meistens sind auch alle Kraftausdrücke entfernt, da insbesondere das US-Radio oder die BBC es sonst nicht spielen würden. Um den kurzen Mix hinzukriegen, werden oftmals die Intros und Outros verkürzt oder weggelassen, so dass die Radio-Version schwieriger zu mixen ist. Sie sind so gemastered, dass sie im Auto, Küchenradio und mit billigen Kopfhörern am Smartphone beeindruckend klingen. Mit hohen Lautstärken auf einer PA oder im Club klingt das meistens weniger gut als einer der anderen, speziell dafür gemachten Mixe.

Wenn der Radio-Mix der Ausgangspunkt war (insbesondere bei Pop- und Rock-Musik), dann findest Du oftmals einen:

Extended Mix

Das ist die verlängerte Version des kurzen Radio-Mixes, z.B. mit längeren Intros, Outros, Breaks und der Wiederholung von Elementen des Songs (Loops).

Club oder Dance Mix

Ein weiterer Mix, den Du oft siehst. Wenn der Ausgangs-Song mehr Pop, Rock oder Mainstream ist, hat er in diesem Mix eine Behandlung bekommen, damit er auch auf der Tanzfläche eines Clubs gut funktioniert.

Instrumental Mix

Ist in der Regel der Original oder Extended Mix, bei dem der Gesang (fast) vollständig entfernt wurde. Das Stück hat aber sonst die gleiche Struktur wie der Mix mit Gesang.  DJs lieben diese Instrumental Mixe, da sie auf den Track z.B. den Gesang eines anderen Tracks (Acappella) mixen können und so quasi ein neues Stück entsteht.

Dub mix

Die Bezeichnung kommt ursprünglich aus den Tonstudios Jamaikas der 1970er Jahre, wo Produzenten durchs Reduzieren eines Tracks auf minimalistische Elemente die Leute auf der Tanzfläche zur Ekstase getrieben haben. Der Dub-Mix eines Reggae-Stücks hat in der Regel keinen Gesang, der Schwerpunkt liegt auf den Drums und dem Bass, andere Elemente werden nur als Schnipsel eingespielt. Exzessiv werden dabei einzelne Spuren ein- und ausgeblendet und rhythmische Echo-Effekte eingesetzt, daher auch der Name Dub (Synchronisation). In der heutigen Musik ist ein Dub-Mix eine Neu-Interpretation eines Stücks, das mit wenigen musikalischen Elementen auskommt. Ein Dub Mix kann aber auch eine ganz andere musikalische Richtung nehmen, er beinhaltet aber immer noch Bruchstücke des Originals, die aber stark verfremdet sein können, um mit dem Mix eine andere Stimmung zu erzeugen.

Acappella

Der Gesang, der bei der Instrumental Version entfernt wurde, wird oftmals als separater Acappella angeboten. Das erlaubt dem DJ, den Gesang dieses Stückes über das Instrumental Mix eines anderen Tracks zu spielen.

Re-Edit, Edit, Re-Work

Hier hat ein Produzent oder DJ ein oftmals viele Jahre altes Stück genommen und die Struktur verändert, um den Song besser mixbar zu machen oder ihm einen anderen Spannungsbogen zu verpassen. Oftmals wird der Mix dann auch neu gemastered, um mit heutigen Produktionstechniken einen fetteren Sound hinzukriegen. Bei Re-Edits im engeren Sinne wird nur mit dem Originalmaterial des Ausgangsstückes gearbeitet. Unter dem Namen Re-Edit finden sich aber auch Tracks, bei denen z.B. die Drums und der Bass vollkommen neu produziert wurden.

Als Grundlage dient häufig der fertige Stereo-Mix eines Tracks, wie er auf CD oder Vinyl zu finden ist. Manchmal steht aber auch das Mehrspur-Signal  zur Verfügung, idealer Weise die originalen Masterspuren, wie sie ursprünglich im Ton-Studio aufgenommen wurden. Damit kann der Track dann wesentlich kreativer umgestaltet werden, da z.B. der Gesang getrennt von Bass und Schlagzeug oder melodieführenden Elementen versetzt werden kann. Oder es werden noch Elemente ausgegraben, die zwar auf den Bändern aufgenommen wurden, aber im originalen Master keine Verwendung gefunden haben.

Empfehlung

Welchen Mix Du auflegst, ist in erster Linie Geschmacksache. Den Radio-Mix würde ich in der Regel außen vor lassen – finde ich es doch eher langweilig, den Tänzern die Musik so zu präsentieren, wie sie sie aus dem Radio kennen. So wähle ich in der Regel den Club oder Extended Mix. Nur bei Tracks, die mir wirklich gefallen und mich inspirieren, lade ich mir auch noch Instrumental, Dub, Acappella etc. dazu herunter. Einen Dub oder Instrumental kannst Du zum Beispiel im Warm-Up spielen, um die Leute anzuheizen. Später am Abend rockst Du dann die Leute mit der vollen Version oder überraschst sie mit einem Re-Edit. So macht auflegen Spaß!

Habe ich eine typische Version vergessen? Welche Mixe benutzt Du am liebsten? Schreibe uns in die Kommentare …

Teilen

Kommentiere den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here