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Achtung mit Deinem Funkmikrofon ab 1.1.2016

Funkmikrofon
Funkmikrofon. Foto: Sennheiser

Der Countdown läuft: DJs mit drahtlosem Equipment müssen aufpassen: Zum 31. Dezember 2015 endet die „Allgemeinzuteilung von Frequenzen für drahtlose Mikrofone für professionelle Nutzungen in den Frequenzbereichen 790 bis 814 und 838 bis 862 MHz“ (geregelt in der Verfügung 91/2005). Das bedeutet, dass diese bislang zulassungs- und kostenfreien Frequenzbereiche von den meisten Anwendern von Funkmikrofonen ab Beginn des Jahres 2016 nicht mehr anmeldefrei genutzt werden können.

Der Versuch, die neue Situation einfach zu ignorieren und vorhandene Hand- oder Taschensender sowie drahtlose In-Ear-Systeme weiterhin wie gewohnt in den genannten Frequenzarealen anmeldefrei zu betreiben, sollte nicht unternommen werden. Zum einen kann die Bundesnetzagentur Verstöße mit Bußgeldern ahnden und zum anderen sind beim Betrieb der drahtlosen Mikrofone massive Störungen beziehungsweise Interferenzen durch Up- und Downlinks (LTE, mobiler Internetzugang) der Mobilfunkanbieter zu erwarten, wie es bereits jetzt in vielen Regionen bedingt durch LTE-Sendemasten der Fall ist.

Die bislang zulassungs- und kostenfreien Frequenzbereiche zwischen 790 und 814 Megahertz (MHz) sowie zwischen 838 und 862 MHz entfallen ab dem 1. Januar 2016.

Nicht betroffen von den Änderungen und auch 2016 weiterhin anmeldefrei nutzbar sind die Bereiche zwischen 823 und 832 MHz (LTE-Mittenlücke) sowie zwischen 863 und 865 MHz (ISM-Band). Mindestens bis Ende 2025 ist der Bereich zwischen 1.785 und 1.805 MHz für drahtlose Audioübertragungen (Primärnutzung) anmelde- und kostenfrei verfügbar. Gleiches gilt für den „2G4-Bereich“/WLAN von 2.400 bis 2.483,5 MHz. Im DECT-Areal (1.880 bis 1.900 MHz) kann ohne limitierenden Zeithorizont anmelde- und kostenfrei gefunkt werden.

Frequenzzuteilung für semiprofessionelle Anwender
Frequenzzuteilung für semiprofessionelle Anwender. Grafik: Sennheiser

DJs, die für ihre Funkmikrofone bislang den Frequenzbereich von 790 bis 814 MHz bzw. von 838 bis 862 MHz genutzt haben, können unter anderem in die so genannte „LTE-Mittenlücke“ ausweichen – zwischen 823 und 832 MHz ist ohne Anmeldung ein Betrieb von Funkstrecken möglich. Eine weitere Möglichkeit eröffnet sich zwischen 863 und 865 MHz (ISM-Band). Alternativ stehen bei einer möglicherweise ohnehin geplanten Neuanschaffung von Funkmikrofonen der Bereich zwischen 1.785 und 1.805 MHz sowie eine WLAN-Übertragung (2.400 bis 2.483,5 MHz) als Optionen bereit.


Hinweis: Der Artikel basiert auf Material von Sennheiser. Auf einer speziellen Webseite DDReady finden sich weitergehende Infos, auch über die für DJs weniger relevanten Bereiche.


 

 

5 Kommentare

  1. In der Liste fehlt noch der Bereich 36,7-37,1 MHz, der bis 2025 verlängert wurde.

    Er ist anmelde- und gebührenfrei für Funkmikrofone.

    Für Musik/Gesang ist er allerdings kaum zu gebrauchen, auch hier finden sich viele Störungen. Die Antennen der Handsender sind sehr lang, bedingt durch die hohe Wellenlänge.

    Die Frequenz ist allerdings durchaus für den einen oder anderen ggf. atraktiv, z.B. für die Moderation von Veranstaltungen, für Tanzlehrer und für den Bereich Funkführungsanlagen – wenn man eine Gruppe von 30 Leuten hat und eine Führung, insbesondere in geräuschvolleren Umgebungen (z.B. auf Baustellen oder in der Stadt) veranstaltet, ist solche Anlage viel wert. Gebraucht bekommt man Sennheiser und Bayerdynamics Mikrophone und Empfänger sehr günstig, z.B. 30-40€ für den Handsender und ähnliches für den Empfänger. Eine Funkführungsanlage habe ich (allerdings mit defekten Akkus) für ca. 600€ erstanden – mit einem Handsender und 30 Hörern. Neupreis einer aktuellen Anlage mit gleichem Umfang: 25.000€. Wohlgemerkt: Der Betrieb ist weiterhin zugelassen, also legal (nur die Akkus habe ich durch Knopfzellenhalter ersetzt, da noch NiCd und das 30-fach Ladegerät nicht NiMh-tauglich – bei 20 Cent/Knopfzelle bei 6-10h Nutzungsdauer sind Akkus aber bei maximal 2-3 Einsätzen im Jahr eh nicht wirtschaftlich).

    Wer Funkmicrophone nur selten nutzt, kann auch den im Beitrag genannten DECT-Bereich günstig nutzen – mit den heimischen Schnurlostelefonen. Man nehme zwei HD-taugliche DECT-Mobilteile mit Headsetanschluss (z.B. von AVM Speedphone 300, MT-F, C4) und eine Fritzbox mit DECT-Basis (z.B. alte 7240 für 20€ gebraucht). Das Besonderheit bei interner DECT-Telephonie ist, dass die Latenz deutlich geringer ist, als bei „externen“ Gesprächen (auch geringer als z.B. zu einem an der Fritzbox angeschlossenen VoIP-Telefon); ich habe sie kaum wahrnehmen können. Durch die Kurzwahl in den Fritzboxen (längeres Drücken bei den Tasten 2-9 führt zur Anwahl der im Telefonbuch als **702-**709 gespeicherten Zielen) ist der Aufbau des „Gespräches“ vom als „Taschensender“ genutzten Mobilteil zu einem als „Empfänger“ genutzten Mobilteil durch zweisekündigen Tastendruck möglich.
    Am „Sender“ schließt man das Microfon an die Headsetbuchse an, am „Empfänger“ nimmt man das Kophörersignal und speist es in einen Lineeingang (!) am Mischpult. Eine Variation: Ein ausgemustertes Mobilteil (z.B. defektes Display) wird geöffnet und ein Kabel an Stelle der Hörkapsel angelötet – dies kommt in den Mikrofoneingang(!) am Mischpult. Der Lautsprecher (für Klingeln und Freisprechen) wird an den Diodenteil eines Optokopplers gelötet, den Fototransistorteil lötet man an die Abhebentaste der Tastaturmatrix. Dadurch wird bei „Anruf“ automatisch abgehoben, der Moderator (oder bei der Tonqualität durchaus auch Sänger) kann also selber das „Mikro“ an- und abschalten (mit Schnellwahltaste den Empfänger anwählen bzw. auflegen). Speist man etwas des Ausgangssignals (ggf. über eine Verzögerungsstrecke) zurück auf das Mikro des Empfängermobilteils, funktioniert sogar die digitale Rückkopplungssperre erstaunlich gut, die in DECT-Mobilteilen quasi immer eingebaut ist.
    Das nette an der Lösung: die „Sender“ werden zu hause als normale Telephone genutzt, die „Empfänger“ (sofern man sie nicht modifiziert hat) auch. Das System ist also fast kostenfrei, mit 6 Telephonen laufen drei Funkstrecken…

    • Hallo Oliver, vielen Dank für Deinen umfangreichen Post mit den vielen zusätzlichen Tipps und Hinweisen. Tolle Hinweise für diejenigen, die wenig Geld zur Verfügung und/oder Spaß am Basteln haben.

      Was sind Deine Erfahrungen hinsichtlich der Klangqualität? Telefone sind ja auf Sprachübertragung (im Sinne von Gesprochenem) optimiert. Alte analoge Telefone bzw. das analoge und ISDN Telefon-Netz haben nur 300 Hz – 3.400 Hz übertragen. Ich weiß nicht, was die Fritz-Telefone intern schaffen. Wie sieht es da bei Gesang aus? Andreas

      • Die Abtastrate bei HD-Telephonie liegt bei 16 kHz, nach Abtasttheorem die Grenzfrequenz also bei 8 kHz. Für Gesang also nur eingeschränkt tauglich, z.B. beim SquareDance, wenn der Caller Alt oder Bass als Stimmlage hat. Es fehlt dann halt eine Oberwelle, ist aber klar verständlich. Beim Einsatz als Moderationsmikrofon ist der Klang einwandfrei, satt, wenn auch leicht basslastig.

        Auf diese Einsatzmöglichkeit bin ich gestoßen, als ich eine einfache, kostengünstige DECT-Türsprechanlage entwickeln wollte (mal nach „Fritz!DingDong DECT“ googeln). Im Versuchsaufbau hatte ich mein Mischpult als „Vorverstärker“ und meine Aktivbox fürs Tanzen als Verstärker missbraucht und war baff, wie gut die Tonqualität war – besser als alle Konferenzsysteme, mit denen ich bisher zu tun hatte. Gesang habe ich allerdings nicht getestet, da hiezu meinerseits die Fähigkeiten fehlen (um meinen Gesang zu verbessern wäre ein Streifen Panzerband vorm Mund und ein Micro mit dem Übertragungsbereich von 0 bis 0 Hz das Mittel der Wahl).

        Ich kann letztlich nur anregen, es einfach mal auszuprobieren, wenn man zwei AVM-Mobilteile mit Headset und eine passende Fritz!Box hat. Der Versuch kostet einen ja fast nix (ein altes Headsetkabel abschneiden und einen Chinchstecker anlöten).

  2. Bei Sennheiser kann man G2 und G3 Funkmikrofone für ca. 100 Euro umrüsten lassen. Das ist wesentlich günstiger als sich ein neues Set zu kaufen.

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