Ärmel hoch ...

Deine Frage: Unterschied externer Eingang und AUX Anschluss

DJ Controller. Foto: antonmatveev/Fotolia
DJ Controller. Foto: antonmatveev/Fotolia

Unser Leser Weichsi Wee sagt: „muss dich schnell noch was fragen – würd mir gern einen controller zulegen und überlege zw. dem numark nv oder was von pioneer. versteh beim nv nicht ganz mit dem anschliessen. kann man dann noch 2 decks dazumachen oder nicht?“

Wir haben in den letzten Wochen mehrfach Fragen zu den verschiedenen Eingängen von DJ Controllern gestellt bekommen. Ein guter Anlass also, diese Frage einmal für alle Leser zu beantworten.

Manche DJ Controller, vor allem die Einsteiger-Geräte des jeweiligen Herstellers, haben gar keine externen Eingänge – bei diesen stellt sich die Frage also gar nicht. Andere Geräte haben die Möglichkeit, externe Geräte anzuschließen. Und hier ist dann die Frage, was ist der Unterschied zwischen einem AUX Eingang und einem vollwertigen externen Eingang.

Wenn DJ Controller einen AUX Eingang haben, haben sie in der Regel nur einen einzigen davon. AUX ist eine Abkürzung und heißt vollständig „Auxiliary“ und bedeutet soviel wie „behelfsmäßig“. Der Name beschreibt also schon, dass ein AUX Eingang kein vollwertiger Eingang ist.

Das Signal eines solchen behelfsmäßigen Eingangs wird nicht über einen Kanalzug der Mixersektion des Controllers geleitet. Das heißt, dass Du weder den Gain regeln kannst (also die Eingangslautstärke des Signals einpegeln), noch mit dem EQ die verschiedenen Frequenzbereiche beeinflussen oder das Filter anwenden. Die CUE-Funktion (Vorhören des Tracks) steht Dir für den AUX-Eingang auch nicht zur Verfügung. Auch den Kanalfader und den Crossfader kannst Du nicht einsetzen. Der AUX-Eingang ist normalerweise direkt auf den Master-Lautstärkeregler geleitet, so dass Du also lediglich das Signal in der Gesamtlautstärke verändern kannst – ohne optische Kontrolle wie z.B. LED-Ketten.

Der Anwendungsbereich des AUX Eingangs bezieht sich also auf Ausnahmefälle. Das kann zum einen das Abspielen von Hintergrundmusik sein, bevor die eigentliche Party beginnt oder eine Art Backup-Funktion falls Dein Laptop abstürzt, so dass Du von Deinem Smartphone zumindest z.B. einen fertig aufgenommenen Mix abspielen oder auf dem Telefon mit einer DJ Software und dem Touchscreen mixen kannst. Der Controller dient dann für das Smartphone nur als Anschlussterminal mit Lautstärkeregler.

Wenn Deine DJ Software eine Aufnahme-Funktion hat, wird in der Regel das Signal aus dem AUX Eingang auch nicht mit aufgezeichnet. Außerdem erlaubt ein einziger Eingang eben nicht das Mixen zwischen zwei externen Quellen.

Anders dagegen bei vollwertigen externen Eingängen. Diese sind in der Regel paarweise vorhanden und werden über die Kanalzüge geroutet. Sie sind normalerweise nur bei 4-Kanal Controllern zu finden, so dass zwei Kanäle wahlweise für die externen Zuspieler genutzt werden können, die beiden anderen für die „internen“ Decks in Deiner DJ Software. So kannst Du dann auch Tracks von den externen Zuspielern untereinander und mit den Tracks aus der DJ Software beliebig mixen, um schöne Übergang zu zaubern.

Bei externen Eingängen musst Du noch unterscheiden zwischen reinen Line-Anschlüsse und umschaltbaren Line-/Phono-Anschlüssen. An erstere kannst Du fast alle externen Zuspieler anschließen: CD-Spieler, Medienspieler oder DVS-Schnittstellen, an die wiederum Plattenspieler angeschlossen sind. Nur der direkte Anschluss von konventionellen Plattenspielern ist an reinen Line-Anschlüsse nicht möglich. Dazu brauchst Du einen speziellen Phono-Eingang, der mit dem sehr viel niedrigeren elektrischen Signal des Plattenspielers umgehen kann.

Es gibt auch Plattenspieler, die ein Line-Signal abgeben, da sie bereits einen Vorverstärker enthalten. Das ist oft bei sogenannten USB-Plattenspielern der Fall (die heißen so, weil sie auch noch einen USB-Anschluss haben). Diese sind aber in der Regel zum DJen weniger geeignet, sondern eher für das digitalisieren oder einfach nur abspielen von Schallplatten gedacht.

Möchtest Du noch weitere Punkte zu den unterschiedlichen Eingängen an DJ Controllern ergänzen? Oder hast Du noch Fragen dazu? Schreib in die Kommentare …

9 Kommentare

  1. Hallo Andreas!
    Wie schaut so ein AUX Ein- bzw. Ausgang aus? Kommt da eine Klinke rein? Und wie ist das bei Line bzw. Phono?

    • Hallo Florian, bei Line- und Phono-Eingängen werden in der Regel-Cinch-Buchsen verwendet (auf Englisch RCA genannt, weil die wohl bei dem Unternehmen zuerst entwickelt wurden). Beim AUX-Eingang gibt’s keine festen Regeln. Oftmals wird Cinch verwendet, es kann aber auch eine Mini-Klinke sein (besonders, wenn dort Smartphones angeschlossen werden sollen) oder auch mal eine große 6,3 mm Klinke oder gar XLR. Andreas

  2. Gegenbeispiel AUX: Denon MC 6000. Dieser hat vollwertige AUX-Eingänge, die voll über alle Regler geschleift sind. Vorhören und Klangregelung ist damit problemlos möglich. Und wenn man es geschickt anstellt, hat man sogar ein 6-Kanal Pult (ob 8 geht konnte ich mangels Zuspieler nicht testen), da man die Kanäle, die extern belegt sind, noch in der Software bedienen kann.

      • Die sind sehrwohl als AUX-Eingänge gekennzeichnet, siehe Produktbilder. AUX1 ist linker Fader, AUX2 der rechte. Es macht sogar Sinn, diese beiden Kanäle zu benutzen, da man beim Umschalten von MIDI nach AUX nicht schauen muss, sondern einfach die Endpunkte nutzt. Bei mir sind das die beiden Kanäle für das SD-Backup-System. Wenn mal der Rechner ausfällt, hat man keine Zeit zu schauen, was man einstellen muss, da muß es schnell gehen.

        • Hi Micha, danke, dass Du das noch nachgeschoben hast – den hatte ich noch nie in den Händen. Hatte schon an meinen Augen gezweifelt – war aber auch erst um 06:30 Uhr im Bett, da ich gestern aufgelegt habe 😉 Andreas

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