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Deine Frage: Unterschied Mischpult und Controller?

DJ Sasha vor seinem Mischpult.
DJ Sasha in Bukarest vor seinem Mischpult. Foto: Barbu Cristian (Courtesy of Red Light Management) [CC BY 2.5 , via Wikimedia Commons]

„Ich bin vom DJ Virus infiziert und möchte mir ein Set kaufen, um zu Hause zu üben. Das Angebot ist ja riesig. Gibt es eigentlich einen Unterschied zwischen einem DJ Mischpult und einem DJ Controller? Oder ist das beides das Gleiche?“ fragt Dominik aus Neuruppin.

Eine gute Frage, die uns auf die eine oder andere Art immer wieder gestellt wird.

Einfach auflegen sagt:

Auf den ersten Blick sehen ein DJ Controller und ein DJ Mischpult sehr ähnlich aus, denn beide haben vielfach die gleichen Bedienelemente wie Kanalregler, Crossfader und Drehknöpfe für Equalizer oder Filter. Beide dienen dem DJ als Arbeitsgerät. Es sind aber zwei völlig unterschiedliche Gerätearten.

Was die Unterscheidung nicht einfach macht ist, dass es inzwischen auch Mischformen gibt, also z.B. Controller, die auch als Mischpult dienen können, wie der Traktor Kontrol S8 von Native Instruments, oder Mischpulte mit eingebauter Soundkarte, wie ein Allen&Heath Xone:43C. Um die Unterscheidung klar zu machen, lassen wir solche Mischformen mal außen vor und schauen, wozu ein Mischpult dient und wozu ein Controller.

Mischpult

Allen & Heath Xone:23
Klassisches analoges 2-Kanal-Mischpult: Allen & Heath Xone:23. Foto: Allen&Heath

Mischpulte für DJs gibt es seit den 70er Jahren. Zunächst als Individualanfertigungen für DJs, später auch als fertige Produkte. An ein Mischpult werden zwei oder mehr Zuspieler angeschlossen. Ursprünglich waren das Plattenspieler, es können aber auch andere Geräte sein, die Musik abspielen wie Tonbandgeräte, Kassettenrekorder oder CD-Spieler. Alle diese Geräte geben die Musik als analoge elektrische Signale aus. Im Mischpult werden diese Signale – während des Übergangs zwischen zwei Liedern – auf elektrischem Wege zusammengemischt und über einen Ausgang des Mischpults an einen Verstärker oder Aktiv-Lautsprecher ausgegeben, damit das Publikum dazu tanzen kann. Auch die verschiedenden Regler im Mischpult zur Beeinflussung von Klang und Lautstärke funktionieren elektrisch.

Controller

2-Kanal Controller Denon MC2000 von oben
Ein typischer 2-Kanal Controller: der 2-Kanal Controller Denon MC2000 von oben. Foto: Denon DJ

Controller gibt es erst seit gut 10 Jahren. Ein Controller erlaubt dem DJ ebenfalls, die Musik aus mehreren Quellen zusammen zu mischen sowie Lautstärke und Klang von Songs zu beeinflussen. Auch der Controller gibt ein analoges Ausgangssignal an einen Verstärker oder Aktiv-Lautsprecher weiter, wo es fürs Publikum zum Tanzen verstärkt und hörbar gemacht wird.

Um den Unterschied zu veranschaulichen, lassen wir mal Controller außen vor, an die sich externe Zuspieler wie Plattenspieler oder CD Spieler anschliessen lassen. Dann kommt die Musik nämlich immer vom Rechner, der an den Controller angeschlossen ist. Dort liegt sie in Form von Dateien digital vor, oft als .MP3, es können aber auch andere Formate sein wie .WAV, .FLAC oder.M4A.

Der Controller ist über ein USB Kabel mit dem Rechner verbunden. Auf dem Rechner läuft eine DJ Software. Das sind Programme wie z.B. djay Pro, Mixxx, Serato DJ, Traktor Pro, Ultramixer oder Virtual DJ. Die Aufgabe des Controllers ist, die DJ Software zu steuern. Dabei ist der Controller nur eine Bedienhilfe für die DJ Software. Alle Aktionen in der DJ Software könntest Du auch über die Tastatur oder die Maus ausführen. Mit dem Controller und seinen Bedienelementen geht das nur sehr viel praktischer und intuitiver.

Das heißt, dass bei einem Controller Setup das Mischen von Songs, das Verändern der Lautstärke oder des Klangs im Rechner auf digitalem Wege passiert. Dein Controller spielt nur am Ende wieder eine Rolle: dann sendet die DJ Software die Musik – gemixt, Lautstärke und Klang angepasst – über das USB-Kabel an den Controller. Heutzutage haben nämlich quasi alle Controller eine eingebaute Soundkarte. Diese wandelt die digital vom Rechner kommende Musik in ein analoges elektrisches Signal um, das dann über den Masterausgang des Controllers über Cinch-, XLR- oder Klinke-Buchsen an die Musikanlage ausgegeben wird.

Darüber hinaus stellen DJ Controller weitere Funktionen zur Verfügung, da der Controller auch noch die Zuspieler repräsentiert: Auswahl der Songs, Starten/Stoppen der Songs, Anpassen der Geschwindigkeit.

Wenn Du mehr wissen möchtest, findest Du hier eine Beschreibung, was ein Controller macht.

Fazit

Mischpult und Controller sind zwei verschiedene Geräte. Ein Controller ohne Rechner mit DJ Software ist nichts, da er diese „nur“ steuert. Im Gegensatz zum klassischen Mischpult bietet die Kombination aus Rechner, Software und Controller aber wesentlich mehr Möglichkeiten als ein klassisches Setup: Keylock, Effekte, Beatgrid oder Sync sind Beispiele dafür.

Siehst Du weitere Unterschiede? Oder hast Du Fragen, die Du beantwortet haben möchtest? Schreib uns in die Kommentare …


Titelfoto: Barbu Cristian (Courtesy of Red Light Management) [CC BY 2.5 , via Wikimedia Commons]

 

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