User-Fragen

Deine Frage: Welche Lautsprecher für Partys?

Lautsprecher
Frühes Lautsprecher-System für öffentliche Veranstaltungen. Bild: von Unbekannt [Public domain], via Wikimedia Commons

„Ich fange gerade an mit dem Auflegen und möchte auf ein paar Partys bei Freunden oder bei uns im Verein spielen. Welche Art von Lautsprechern glaubst Du, brauche ich dafür?“, fragt unser Leser Martin. „Bei einem Controller denke ich an einen Numark Mixtrack Pro 3.“

Eine prima Frage, Martin, die sich viele Einsteiger und auch noch manch alter Hase stellen.

einfach auflegen sagt …

An seiner Frage ist zu sehen, dass Martin ein engagierter Kerl ist. Aber es wird auch ersichtlich, dass Martin gerade erst anfängt und nicht Unmengen an Geld hat.

HiFi-Anlage

Unsere Empfehlung ist ganz einfach: So verlockend es sein mag – nimm keine Hifi-Anlage, egal wie groß, kräftig oder robust diese zu sein scheint. Und wie verlockend es sein mag, diese einfach mitzunehmen oder gar eine am Ort der Party vorhandene zu nutzen. Diese Anlagen sind für den Musikgenuss zu Hause gedacht, in  kleinen Räumen mit maximal einer Handvoll Personen. Für eine Party, auf der in der entsprechenden Lautstärke getanzt werden soll, brauchst Du wesentlich mehr „Bumms“ als eine Hifi-Anlage dauerhaft liefert kann, ohne Schaden zu nehmen. Und glaube uns, je später der Abend und je doller die Party, desto lauter willst Du (und wollen die Gäste) die Musik. Dann ist Schicht mit Hifi-Geräten. Verstärker, bei denen die Schutzschaltungen für Ruhe sorgen oder zerstörte Treiber von Lautsprechern machen Dir als DJ und dem Eigentümer der Anlage kein Vergnügen …

Monitor-Lautsprecher

Als DJ wirst Du vermutlich ein Paar aktive, also verstärkte Lautsprecher an Deinen Controller angeschlossen haben, um zu Hause zu üben. Diese gibt es in verschiedenen klanglichen Qualitätsklassen, von einfachen Monitoren, wie sie am PC benutzt werden über sogenannte DJ-Monitore bis zu Studiomonitoren. Allen diesen Lautsprechern ist gemeinsam, dass sie auch sehr hohe Lautstärken unverzerrt wiedergeben – im Nahbereich. Deshalb werden sie auch Nahfeldmonitore genannt. Das heißt, dass sie ihre Wirkung auf wenigen Metern entfalten. Und das auch nur in kleineren Räumen mit druckvollem Bass tun. Sie sind für Partys mit mehr als einem Dutzend Leuten und/oder größere Räume nicht geeignet. Tue es nicht.

Nahfeld-Monitore als Laustprecher im Studio
Typischer Einsatzbereich für Nahfeld-Monitore im Home-Studio. Foto: Genelec

 

PA

Also, Du kannst ein paar billige PA-Lautsprecher kaufen („PA“ steht für „Public Address“, also die Ansprache von Publikum). Diese gibt es entweder als passive Lautsprecher, so dass Du noch einen separaten Verstärker brauchst. Oder als aktive Lautsprecher mit in jeder Box eingebautem Verstärker.

Ab wenigen hundert Euros kannst Du Dir ein Paar kaufen. Die klingen natürlich noch nicht wirklich toll, und es gibt große Klangunterschiede zwischen verschiedenen Herstellern und Modellen. Es wird nicht lange dauern, und Du wirst Dir bessere und kräftigere Lautsprecher kaufen wollen. Gucke Dich auch nach gebrauchten Geräten um. Oder – und das ist unsere Empfehlung – leihe Dir für Deine ersten Veranstaltungen erst einmal eine Anlage. In jeder Stadt findest Du Verleiher von Veranstaltungstechnik. Du wirst überrascht sein, dass das gar nicht so viel kostet.  Dazu bekommst Du noch eine gute Beratung und für ein paar Euro auch noch etwas Lichttechnik dazu.

Grundsätzlich gilt: je größer das Gehäuse und der Durchmesser des Basslautsprechers, desto mehr Druck im Bass haben die Lautsprecher. Wenn Du kaufst, nimm Deine eigene Musik mit und höre sie Dir auf jeden Fall in Party-Lautstärke an, ehe Du zuschlägst. Bei einem guten Verleiher ist das sicherlich nicht notwendig, der empfiehlt Dir das zu Deiner Veranstaltung und Musik passende Material, denn er möchte ja, dass Du als Kunde wiederkommst.

Wenn Du die Wahl hast zwischen passiven und aktiven Lautsprechern, nimm die aktiven. Bei denen ist der eingebaute Verstärker optimal auf die Lautsprecherbox abgestimmt. Dazu hast Du wesentlich weniger Verkabelungsaufwand und weniger mögliche Fehlerquellen. Nachteilig ist nur, dass die aktiven Boxen selbst wegen der eingebauten Elektronik schwerer sind (nachteilig beim Transport und Aufbau) und Du die Boxen an ihren Standorten mit Strom versorgen musst (statt nur einen zentralen Verstärker).

Noch kräftigere Anlagen haben einen separaten Basslautsprecher, Subwoofer genannt. Davon reicht zunächst erst einmal einer, da die Bassfrequenzen vom menschlichen Gehör nicht räumlich geortet werden und deshalb eine räumliche Abbildung in diesem Bereich des Frequenzspektrums keine Rolle spielt. Ein solches Setup könnte dann aber für Martin vielleicht schon zu teuer werden.

Lautsprecher-System von Fohhn
Hochwertiges PA-System mit zwei aktiven Subwoofern, die die Top-Teile mit Hoch- und Mitteltönern auf den Stativstangen mit betreiben. Foto: Fohhn Audio

Zum Schluss denke an Lautsprecherständer. Bei den Bässen ist es egal, wo sie stehen, für die mittleren und hohen Frequenzen ist es aber wichtig, dass diese in oder besser etwas über Ohrhöhe der Tänzer platziert werden, da sich nur so der Schall gut ausbreitet und auch die weiter hinten Tanzenden noch genug von Deiner Musik hören. Lautsprecherständer sind in der Regel Dreibeinstative, die in einem gewissen Umfang in der Höhe eingestellt werden können, oder Distanzstangen, die auf den Subwoofer geschraubt werden. Auf jedes Stativ kann eine Box aufgesetzt werden, die dazu am Boden eine runde Buchse hat, in der genau das oberste Teil des Stativrohrs hineinpasst.

Empfehlung

So, unser Rat: Am besten leihen; wenn Du kaufen willst, versuche es mit Gebrauchtgeräten und – egal ob gebraucht oder neu – höre Dir die Anlage auf jeden Fall ab. Besorge Dir Boxenständer und gute Kabel dazu. Aber bitte, nimm niemals von jemandem die HiFi-Anlage oder Monitor-Lautsprecher für eine Party. Niemals!

Hast Du noch weitere Ratschläge für Martin? Bist Du anderer Meinung als wir? Schreib es in die Kommentare unten …


Titelbild: von Unbekannt [Public domain], via Wikimedia Commons

 

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