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Deine Frage: Wie unterscheiden sich Master- und Booth-Ausgang?

Master- und Booth-Ausgang
Der Booth-Ausgang und die Master-Ausgänge beim neuen Profi-Controller Denon DJ MCX8000. Foto: Denon DJ

Unser Leser Chris fragt: „Hey, könntet ihr mal was zum Master und Booth-Ausgang schreiben?“

Da wir dazu schon verschiedentlich gefragt wurden, machen wir das gerne.

Nicht alle DJ Controller haben mehr als einen Ausgang, vor allem Einsteiger Controller bieten oft nur eine einzige Anschlussmöglichkeit. Besser ausgestattete Controller haben dagegen oft einen zweiten Master-Ausgang und zusätzlich einen Booth-Ausgang. Wozu also so viele Ausgänge?

Wenn Du zu Hause übst, brauchst Du nur einen Ausgang – und da ist es ziemlich schnuppe, wo Du Deine Boxen oder Anlage zum Abhören anschließt. Anders dagegen, wenn Du auf einer Party spielst oder in einem Club in der DJ Booth stehst.

Dort gibt es große Lautsprecher, die auf die Tanzfläche gerichtet sind. Das hat zwei Auswirkungen:

  • die Anschlüsse an die aktiven Lautsprecher oder die Verstärker können weiter weg sein.
  • diese Lautsprecher stehen unter Umständen weiter weg von Deinem DJ Arbeitsplatz und sind nicht auf Dich, sondern auf die Tanzenden gerichtet.

Die Anlage für die Tanzenden kommt immer an den Haupt- oder halt Master-Ausgang. Um eine Verbindung herzustellen zwischen dem DJ Controller bzw. Mischpult und der Anlage, werden im Profi-Bereich symmetrische Verbindungen benutzt, eben mit XLR- oder 3-poligem 6,3 mm Klinkenstecker. Diese Verbindungen sind im Gegensatz zu Cinch-Verbindungen auch bei großen Kabellängen unempfindlich gegen elektromagnetische Störungen, z-B. von Handys, Kühlanlagen oder Leuchtstoffröhren.

Bei weiter weg stehenden, nicht auf Dich gerichteten Lautsprechern entsteht bereits nach wenigen Metern eine hörbare Verzögerung. Das liegt daran, dass der Schall in der Luft zwar schnell, aber halt wesentlich langsamer als z.B. Licht übertragen wird. Damit wird dann das Mixen schwierig, da alles, was Du machst bzw. aus Deiner Anlage kommt, erst mit einer wahrnehmbaren Verzögerung wieder bei Dir ankommt und Du es nicht mehr überein bekommst mit dem, was Du auf Deinem Kopfhörer hörst. Auch klanglich kommt in der DJ Booth oft nur ziemlicher Matsch an: viel Bass, aber oft wenig Höhen. Das liegt daran, dass die Höhen von den Lautsprechern gerichtet abgegeben werden, die tiefen Frequenzen sich dagegen ziemlich gleichförmig im Raum verteilen.

Aus diesen Gründen setzen DJs Monitor-Lautsprecher ein bzw. sind diese in DJ-Kanzeln installiert. DJ Kanzel heißt auf Englisch DJ Booth – daher also der Name für den zweiten Ausgang. Da Monitore praktisch auf dem DJ Pult stehen, reichen oftmals asymmetrische Verbindungen mit Cinch-Steckern. Bei Profi-Controllern und Mischpulten werden aber auch hier symmetrische Verbindungen mit XLR- oder 3-poligen 6,3 mm Klinkensteckern genutzt.

An einem vollwertig ausgestatteten DJ Controller oder Mischpult ist die Lautstärke von beiden Ausgängen getrennt voneinander regelbar, denn Du willst Dir die Lautstärke in der DJ Kanzel unabhängig von der Lautstärke auf der Tanzfläche anpassen. Viele DJs machen es bei sich auch etwas leiser, während ein Track läuft, und nur wieder lauter, wenn der nächste Übergang zum Mixen ansteht.

Ganz selten haben Master- und Booth-Ausgang auch noch einen Balance-Regler, das ist aber nicht wirklich sinnvoll, da in den meisten Clubs eh mono gespielt wird.

Habe ich was vergessen? Hast Du noch Anmerkungen oder Ergänzungen zum Master- und Booth-Ausgang? Ich freue mich über Deinen Beitrag in den Kommentaren …

 

 

2 Kommentare

  1. Sehr schön beschrieben. Bin gerade auf den Beitrag gestoßen, da ich den Booth Ausgang eher für Zweitraum-Beschallung nutze. Leider scheint Denon bei neueren Modellen immer mehr weg zu lassen. Habe vom MC-6000 zum MC-7000 gewechselt und nun festgestellt, dass man den Booth-Selector unterschlagen hat. Damit konnte man die gewünschte Source (CH1-4/Master) wählen, und das hätte ich gerade ganz gut brauchen können :-/

    Beim MCX8000 scheint es den auch nicht mehr zu geben. Sehe zumindest auf dem Bild nichts. Ich überlege mir fast, den MC-6000 wieder zu holen, auch die Mikroeingänge waren da wesentlich besser (eigene, 3-fach EQ für beide Kanäle!). Beim MC-7000 gibt es im zweiten Kanal nur noch einen ‚Tune‘ Button, und diese Art Klangregelung war schon vor 30 Jahren eine Sparversion, die man in manchen Geräten eingebaut hatte – damit konnte man schon damals den Klang nicht wirklich so einstellen, wie man es wollte. Also, neu ist nicht immer in allen Punkten gleich besser! Leider.

    • Hey Lutz, mir fällt außer dem 6000er kein Controller oder Mixer ein, der diese Funktion hat. Wüsste aber für mich auch keinen Anwendungszweck.
      Ich nutze den Booth-Ausgang immer als Booth-Ausgang (damit ich vernünftig mixen kann, wenn die PA weiter wegsteht).
      Spielst du denn im Nebenraum was anderes als im Hauptraum?

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