Ärmel hoch ...

Die 5 Stecker, die jeder DJ kennen sollte

Netzwerkkabel mit Steckern
Netzwerk-Kabel, RJ-45. Foto: blickpixel/pixabay.com

Für jeden DJ stellen sich beim Thema Stecker ziemlich schnell die folgenden Fragen: Welche Anschlüsse sollte mein Controller eigentlich haben? Wie schliesse ich meinen Controller am besten an meine Monitor-Boxen, den Clubmixer oder die Anlage in der Location an?

Sich mit den entsprechenden Steckern und Kabeln nicht auszukennen, kann zu peinlichen Situationen vor anderen DJs, dem Veranstalter oder gar Gästen führen, wenn man auf einer Party oder im Club aufbaut.

Dabei musst Du nur fünf Steckertypen kennen und einen grundlegenden Unterschied bei Audio-Verbindungen um quasi alle Aufgaben zu lösen. Lass uns das einmal sortieren.

Zunächst mal zu den zwei Arten von Audio-Verbindungen – es gibt symmetrische und asymmetrische.

Hier am Abschnitt über die Verbindungen bitte einmal dran bleiben, denn wenn Du diesen Unterschied verstanden hast, bist Du schon einen ganzen Schritt weiter.

An Deiner Anlage zu Hause, am MP3-Player usw. findest Du höchstwahrscheinlich asymmetrische Verbindungen. Asymmetrische Verbindungen bestehen aus zwei Adern in einem Kabel, das ein Mono-Signal überträgt. Eine Ader führt das Signal, die andere Ader führt die Masse und wird eventuell auch als Abschirmung genutzt. Zwei Aderpaare zusammen übertragen ein Stereosignal.

Diese asymmetrischen Verbindungen sind geeignet für kurze Wege – bis ein oder zwei Meter sind in der Regel kein Problem. Je länger allerdings das Kabel, desto empfindlicher wird die Verbindung für die Einstrahlung von Störungen, z.B. elektromagnetische Signale anderer Geräte, die das übertragene Audiosignal überlagern oder beeinflussen, da hilft die Abschirmung mit Hilfe der Masseader auch nur in Maßen.

Das übertragene Audiosignal ist umso empfindlicher für Störungen, je geringer die Spannung ist und desto höherohmig das Signal ist. Das ist insbesondere bei Mikrofon- und Phonosignalen der Fall, aber auch bei den sogenannten Line-Signalen, also all dem, was Deinen Controller verlässt oder z.B. aus einem CD- oder Medienplayer in ihn hineinkommt.

Ein schönes Beispiel für solche Störungen ist das „Knattern“ eines Mobiltelefons in Lautsprechern, dass Du wahrscheinlich kennst, wenn sich Dein Handy in der Nähe einer Box befindet. Solche Störungen können aber auch aus Netzkabeln kommen, aus Audiokabeln, die hoch verstärkte Signale zwischen einem Leistungsverstärker und passiven Lautsprechern übertragen, aus Leuchtstoffröhren oder von anderen elektrischen Geräten.

Im professionellen Audiobereich werden Audiosignale aber oft über weit längere Strecken als nur ein oder zwei Meter übertragen und Störungen sollen zuverlässig vermieden werden. Dazu werden symmetrische Verbindungen genutzt. Hier gibt es in einem Mono-Kabel drei Adern. Zwei Adern werden als Signalleitung genutzt, eine Ader führt das phasenrichtige Signal und wird als „heiß“ bezeichnet, die andere Ader führt das gleiche Signal, nur phasenverkehrt und wird als „kalt“ bezeichnet, die dritte Ader dient der Abschirmung.

Der Trick ist, dass auf den beiden Signalleitungen das gleiche Signal durch die Leitungen geschickt wird, nur halt spiegelverkehrt. Liegen an der „heißen“ Ader +5 V an, sind es an der „kalten“ Ader -5 V. Störungen von außen wirken auf beide Signaladern gleichzeitig mit der gleichen Polarität, verändern also beide Signale in die selbe Richtung. Da das Nutzsignal aber die Differenz zwischen „heiß“ und „kalt“ ist, bleibt diese Differenz trotz der Erhöhung oder Erniedrigung durch die eingestreute Störung identisch, die Störung hat also keinen Einfluss auf das zu übertragende Audio-Signal.

Cinch-Stecker

Cinch-Stecker (ausgesprochen „Tschintsch“) kennst Du vermutlich von verschiedenen Audiogeräten bei Dir zu Hause. Die korrekte Bezeichnung für diesen Steckertyp ist auch im Deutschen der englische Begriff RCA Konnektor (er wurde bereits in den 1940er Jahren von der Radio Corporation of America entwickelt), aber bei uns hat sich halt die Bezeichnung Cinch-Stecker in der Umgangssprache durchgesetzt.

Er ist immer zwei-polig, damit ist er nur für asymmetrische Verbindungen geeignet. Der äußere Ring führt Masse, der Stift in der Mitte das Signal. Da über ein Kabel mit je einem Cinch-Stecker am Ende nur ein Mono-Signal übertragen wird, werden oftmals zwei Kabel zu einem verbunden, so dass ein Stereokabel entsteht – mit insgesamt vier Adern und je zwei Steckern an jedem Kabelende.

RCA- oder Cinch-Stecker
Ein hochwertiger Cinch-Stecker von Neutrik. Er verfügt über federnd gelagerte Zangen, die einen Masseschluß herstellt, bevor der mittlere Pol die Buchse berührt. So wird beim An- und Abstecken das typische Brummen verhindert. Foto: Klotz-AIS

Um die beiden Stereokanäle richtig zu stecken, sind Cinch-Stecker in der Regel farbmarkiert. Ein Stecker an jedem Ende ist normalerweise rot. Das Kabel mit den beiden roten Steckern wird für den rechten Kanal genutzt (Eselsbrücke: Rot = Rechts). An den Geräten sind die entsprechenden Buchsen oftmals ebenfalls rot, sonst aber mit „R“ für „rechts“ bzw. (englisch)„right“ beschriftet. Die anderen beiden Stecker sind oftmals weiß markiert, machmal auch schwarz, grau oder gelb, und dienen zur Übertragung des linken Kanals. Die Buchsen sind entweder entsprechend farbig markiert oder mit „L“ für „links“ bzw. (englisch) „left“ bezeichnet.

Klinkenstecker

Klinkenstecker haben einen Durchmesser der Klinke von 6,3 mm. Es gibt sie in zwei Ausführungen, nämlich als Mono- und als Stereo-Klinke. Den Unterschied erkennst Du leicht, wenn Du Dir die Spitze des Steckers anschaust.

6,3 mm Mono-Klinke männlich Stecker
Ein paar goldfarbene Stecker 6,3 mm Klinke Mono männlich. Foto: Klotz-AIS

Gibt es nur einen, meist schwarzen, Isolationsring, ist der Stecker zweipolig und wird für (asymmetrische) Mono-Verbindungen genutzt. Die Spitze führt das Signal, der restliche Schaft unterhalb des Isolationsringes führt die Masse.

6,3 mm Stereo-Klinke männlich Stecker
Ein Paar Stecker 6,3 mm Klinke Stereo männlich. Foto: Klotz AIS

Gibt es zwei Isolationsringe – und damit drei getrennte metallische Bereiche – handelt es sich um eine sogenannte Stereo-Klinke. So genannt, weil damit wahlweise Stereosignale asymmetrisch übertragen werden (z.B. am Kopfhörer) oder aber auch ein Mono-Signal symmetrisch (z.B. am Master-Ausgang eines Controllers). Bei asymmetrischen Stereo-Verbindungen führt die Spitze das Signal des linken Kanals, der Ring das Signal des rechten Kanals, der Schaft die Masse. Wird die Stereo-Klinke für eine symmetrische Verbindung genutzt, führt die Spitze das phasenrichtige, „heiße“ Signal, der Ring das phasenverkehrte, „kalte“ Signal und der Schaft ist mit der Abschirmung des Kabels verbunden.


Titelfoto: blickpixel / pixabay.com

4 Kommentare

  1. Ich verstehe das mit asymmetrisch und symmetrisch noch immer nicht ganz…
    Wie kann ich einfach so aus einem asymmetrischem kabel ein symmetrisches machen? Oder habe ich das falsch verstanden…wie ist es dann gemeint?

    • Hallo Florian, jein 😉 Für eine symmetrische Verbindung brauchst Du vier Sachen:
      + beide Geräte, die Du verbindest, müssen symmatrische Ein- bzw. Ausgänge haben
      + ein Kabel mit drei Adern,
      + auf jeder Seite je einen dreipoligen Stecker
      + Kabel und Stecker müssen richtig beschaltet sein

      Praktisch heißt das, dass das mit zweipoligen Ausgängen und Steckern (Cinch, zweipolige „Mono“ 6,3 mm Klinkenstecker) nicht funktioniert.
      Dreipolige Stecker (XLR oder dreipolige „Stereo“ 6.3 mm Klinke) und ein dreipoliges Kabel kannst Du bei Bedarf umlöten, falls sie nicht bereits symmterisch beschaltet sind. Dazu findst Du Anleitungen im Internet.
      Andreas

  2. Ok danke das hat mir schon um einiges weitergeholfen!
    Aber ich habe zum Beispiel gerade meine Kopfhörer im Ohr und die haben auch nur zwei Adern (für mich irgendwie logisch bei In-Ear-Kopfhörern). Sind dann auch asymmetrisch? (Klingt für mich nicht logisch, weil das Handy sie ja stören müsste…)
    Florian

    • Hi Florian, gute Frage. Kopfhörer haben in der Tat je Seite nur zwei Adern an die Ohrmuscheln geführt und sind so asymmetrisch ausgeführt. Es heißt nicht, dass jede asymmetrische Verbindung durch die genannten Faktoren zwangsläufig gestört wird. Sonst würde ja auch jeder zu Hause verrückt werden, der z.B. seinen CD-Spieler per Cinch-Kabel an seinen Verstärker anschliesst. Das hängt von der Länge ab.bei den typischen Längen von 1 – 3 m passiert da noch nichts. Wenn Du aber richtig Strecke überbrücken musst um z.B. ein Line-Signal zu überbrücken, zum Beispiel vom Mischpult zum Verstärker oder aktiven Lautsprecher,dann steigt mit jedem Meter die Gefahr, dass es zu Störungen kommt und eine symmetrische Verbindung macht mehr Sinn. Bedenke auch, dass auf einer Party oder in einem Club mal eben Hunderte oder gar Tausende von Handys losfeuern.

      Lass mich aber dazu sagen, dass ich weder Audio-Techniker noch Physiker bin – wenn also jemand von unseren Lesern noch etwas zur Erläuterung beisteuern kann, immer her damit. Andreas

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