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Die 8 Dateiformate für Musik, die jeder DJ kennen sollte (Teil 2)

Schallplatten - ein altes Dateiformat. Foto: Lupo/pixelio.de
Auch eine Form von Dateiformat. Foto: Lupo/pixelio.de

Als digitaler DJ kennst Du sicherlich MP3 als das am weitesten verbreitete Dateiformat für Musik. Es gibt aber eine Reihe weiterer Audio-Dateiformate, die Dir als DJ in Online-Shops, auf USB-Sticks oder Festplatten begegnen können. Hier kommt ein kurzer Überblick. Die acht Dateiformate lassen sich prima unterteilen in verlustfreie Dateiformate (um die geht es in Teil 1) und verlustbehaftet komprimierte (um die geht es hier).

Dateiformate mit verlustbehafteter Komprimierung

Diese Dateiformate sind vor vielen Jahren entwickelt worden, als Speicherplatz kostbar war und Bandbreite zum Herunterladen oder streamen stark begrenzt. Um die Dateigröße besonders klein zu machen (Speicherplatz) und möglichst viel Bandbreite bei der Übertragung der Musikdateien zu sparen, ist man auf die Idee gekommen, die Anteile aus der Musik wegzulassen, die beim Hören von Menschen nicht wahrgenommen werden, da sie durch andere Elemente überlagert werden oder aufgrund psychoakustischer Effekte nicht gehört werden. Das funktioniert natürlich abhängig vom Kompressionsgrad und dem Gehör der Zuhörer. Je stärker komprimiert wird, also je mehr Musikinformationen weggelassen werden, und je geschulter das Gehör eines Zuhörers ist, desto eher bemerkt er Unterschiede zwischen dem unkomprimierten Original und der komprimierten Musik. Und natürlich hat das auch was mit der Qualität der Wiedergabekette zu tun: Auf dem Lautsprecherchen Deines Smartphones wirst Du den Unterschied später wahrnehmen als mit einer hochwertigen Anlage, z.B. über Monitorlautsprecher in einer Studio-Umgebung oder einer hochwertigen PA.

Anschaulich vorstellen kannst Du Dir das, wenn Du an hochauflösende, unkomprimierte Fotos denkst, wie sie aus einer gutem Digitalkamera ausgegeben werden, und Dir JPEG Bilder vorstellst, die ebenfalls verlustbehaftet komprimiert wurden. Bei geringer Komprimierungsrate wirst Du auch mit geschultem Auge so gut wie keinen Unterschied ausmachen. Bei starker oder sehr starker Komprimierung werden Dir aber auch als ungeübter Betrachter Bildrauschen, Streifen oder andere durch die Komprimierung entstandene Fehler auffallen.

AAC

Advanced Audio Coding (AAC) ist ein im Rahmen von MPEG-2 und MPEG-4 standardisiertes Verfahren, das von mehreren großen Unternehmen, u.a. Apple entwickelt wurde. Apple setzt dieses Format für seinen iTunes-Store ein. AAC wird von Mobiltelefonen und MP3-Playern breit unterstützt.

Für DJs ist es deshalb von Bedeutung, da Apples iTunes-Store eine wichtige Quelle beim Online-Kauf von Musik ist. Dort werden die Musikdateien in der bei AAC qualitativ besten Kompressionsdatenrate von 256 Kbit/s angeboten.

MP3

MP3 steht für MPEG-1 Audio Layer III oder MPEG-2 Audio Layer III – diese dritte Schicht des Standards beschreibt die Kompression von Audio-Daten. Entwickelt ab 1982 am Fraunhofer Institut und der Uni Erlangen-Nürnberg zusammen mit den amerikanischen AT&T Bell Labs und dem Elektronikkonzern Thompson. Das Verfahren ist durch Patente geschützt. MP3 ist weit verbreitet bei Online-Shops und Portalen, die Musik verkaufen, zum Download oder Streaming anbieten.

Gleichzeitig ist es das Format, das quasi von jeder DJ Software und DJ Hardware sowie auch jedem anderen Gerät zur Musikwiedergabe unterstützt wird (Computer, Autoradios, Musik-Spieler und alle anderen Geräte, die über USB-Anschluss oder eine Speicherkarte Musik abspielen können). Es ist sicherlich das am weitesten verbreitete Dateiformat, dass digitale DJs benutzen. Die höchstmögliche Kompressionsdatenrate beträgt 320 Kbit/s. Unter 192 Kbit/s wird die Klangqualität auch für ungeübte Hörer merkbar schlechter.


Titelfoto: Lupo / pixelio.de

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