DJ Software

Pulselocker Streaming Dienst: Ein erster Blick

Pulselocker Logo: Grafik: Pulselocker
Pulselocker Logo: Grafik: Pulselocker

Im Oktober letzten Jahres wurde zusammen mit Serato DJ 1.9 ein Relaunch des bis dahin unbedeutenden Musik-Dienstes Pulslocker angekündigt. Die aufregenden Nachrichten waren: 44 Mio. Tracks, rund 500.000 Label, Rechte für das DJing geklärt, enge Integration in Serato DJ und andere DJ Software – und die Tracks sind lokal speicherbar (so lange das Abo läuft) und können ohne Internetverbindung gespielt werden.

Nach wie vor läuft Pulselocker im öffentlichen Beta-Test, allerdings gibt es bereits mehrere Anbieter von DJ Software , die Pulselocker integriert haben: PCDJ DEX 3.5, PCDJ Red Mobile und future.dj. Angekündigt ist die Unterstützung für Serato DJ 1.9, das sich seinerseits ebenfalls bereits im öffentlichen Beta-Test befindet, und für Pioneer DJs rekordbox dj mit Termin Frühjahr 2016. Zeit einmal einen Blick auf den Dienst zu werfen.

Pulselocker ist – zumindest im Beta-Test – nur mit einer englischsprachigen Benutzeroberfläche verfügbar. Der Dienst kann auf bis zu drei verschiedenen Rechnern genutzt werden, allerdings nicht gleichzeitig. Auf mobilen Endgeräten läuft Pulselocker noch nicht, das Unternehmen arbeitet aber an den entsprechenden Apps. Die Tracks sind im MP3-Format, sie haben im Streaming 192 kbps, heruntergeladen sind sie mit 320 kbps verfügbar. Die Anzahl der herunterladbaren Tracks wird nur durch den Platz auf der/den lokalen Festplatte(n) beschränkt.

Der Dienst ist optisch sehr ansprechend gestaltet. Die Trackauswahl ist beeindruckend groß. Sowohl das Vorhören als auch die Suche gehen angenehm schnell. Nach dem ersten Login wird man von einem sehr aufgeräumten Bildschirm begrüßt und wählt zunächst einmal eine beliebige Anzahl aus 36 vorgegeben Genres mit jeweils einem Mausklick aus. Diese Auswahl kann jederzeit genauso einfach geändert werden.

Pulselocker Genres
Die 36 Genres, in der Pulselocker sein Musikangebot kategorisiert. Screenshot: Pulselocker

Die 36 Genres bilden weitgehend den internationalen Dance-Bereich ab. Wer als Spezialist zum Beispiel Dancehall, Ragga, Lovers Rock, Roots Reggae und ähnliche Genres sucht, muss ich mit der Oberkategorie „Reggae / Dub / Ska“ zufriedengeben.  Regionale Genres gibt es nicht, wer also nach deutschem Schlager, Kölscher Musik, französischem Hip Hop oder italienischem Rock sucht, sollte schon seine Künstler und Label kennen. Oder er muss im all-umfassenden Genre „World“ suchen.

Die Auswahl der Genre bildet die Grundlage für die Funktionen „Explore“ und „Beatselector“.

Explore

In diesem Bereich werden dem DJ für jedes gewählte Genre 21 Neuveröffentlichungen in den Kategorien „Single & EP“ sowie 12 in „Album“ präsentiert. Die Auswahl ist kuratiert – ähnlich einem gepflegten Plattenladen, der gut auswählt, welche Tracks er führt und diese im entsprechenden Fächern als Neuerscheinungen präsentiert. Anders als Promo-Services, die einem oftmals versuchen, minderwertige Tracks unterzujubeln, erfolgt die Trackauswahl hier von Redakteuren, die weder einzelnen Labels noch großen Namen, sondern dem guten Geschmack verpflichtet sind. So bekommt de DJ mit vertretbarem Zeitaufwand einen guten Überblick über das, was in den für ihn interessanten Genres in dieser Woche los ist. Nur jeweils einen Mausklick entfernt sind die vorgestellten Neuerscheinungen der Vorwochen. Die Anzeige erfolgt mit Cover, Name des Releases, Artist und Label.

Pulselocker
Die neu vorgestellten Single & EPs im Genre House in dieser Woche. Screenshot: Pulselocker

Ein Klick auf ein Release öffnet dieses und zeigt die enthaltenen Tracks wieder mit Track-Name, Artist und Label. Es gibt auch eine Spalte „BPM“ – die ist bei allen Tracks, die wir angeschaut haben, allerdings noch leer. Zusätzlich wird in dieser Sicht noch das Release-Datum angezeigt. Das Release kann entweder gesamthaft oder auch einzelne Tracks als Favorit markiert, einer Playliste hinzugefügt oder offline bereitgestellt werden.

Die Spaltenbreite der Anzeige der Suchergebnisse lässt sich nicht verändern. So werden bei längeren Namen z.B. Tracks oder Artists nicht vollständig angezeigt. Hier hilft erst ein Mouse-Over mit anschliessender Gedenksekunde, ehe die gewünschte Info dann in Form eines Tool-Tipps doch noch angezeigt wird.

Beatselector

Die zweite Möglichkeit, Musik zu entdecken, ist der Beatselector. Hier wählt der DJ einen Track als Startpunkt aus. Das System schlägt dann – basierend auf den ausgewählten Genres, kuratierten Listen und den Vorlieben anderer Nutzer –  weitere Tracks vor und spielt diese kontinuierlich ab. Auch hier werden Track, Artist und Label angezeigt, es bleibt aber unklar, welchem Genre der laufenden Track zugeordnet ist. Der DJ kann aber wählen, aus welchen seiner Favorisierten Genres er die Tracks vorgespielt bekommen möchte.

Aus dem Beatselector heraus können Tracks als Favoriten markiert und in eine (oder mehrere) Playlist geschoben werden – direkt offline verfügbar machen lassen sie sich hier nicht – das geht nur mit dem Umweg über Playlist oder Favorit.

5 Kommentare

  1. An alle, die schon Pulselocker (PL) ausprobiert haben: Serato hat unter dem Thema „Pulselocker Catalogue Feedback“ auf https://serato.com/forum/discussion/1550833 eine Diskussion angelegt. Dort sollte jeder die Probleme mit der Datenbank, Metadaten, Inhalt usw. melden, die Pulslocker-Mittarbeiter lesen das mit. Laut der Aussage wird aber noch viel gemacht, der Katalog ist noch nicht vollständig und viele Tracks werden noch importiert. Nicht nur SDJ 1.9, aber auch PL ist in der Beta-Phase.

    • Hallo Tomm, vielen Dank für den Hinweis auf die Serato-Unterstützung des Pulselocker Beta-Tests. Dann scheint Pulselocker von Serato ja ordentlich Schützenhilfe zu bekommen, da sie es selbst für ihren Beta-Test ja nicht geschafft haben, ein eigenen Forum für die Kommunikation mit den Beta-Testern zu organsisieren. Bin mal gespannt, was noch alles kommt im Rahmen des PL Beta-Tests. Dass noch Tracks fehlen, finde ich gar nicht so arg, eher dass noch keine BPM und Tonart-Infos angegeben werden und die Suche noch sehr rudimentär ist, ist aus meiner Sicht ein Nachteil beim aktuellen Stand.

      Andreas

  2. Ich finde es noch nicht lohnenswert, zumindest nicht für mobile DJs. Die Suche ist eine Quälerei, viele Titel gibt es entweder gar nicht oder nur als Coverversion und nach Alben bzw. Samplern kann man gar nicht suchen. Da ist Spotify doch weit vorne, nur leider eben ohne Offlinenutzung und noch nicht zur legalen Nutzung in der Öffentlichkeit freigegeben.

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