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Reloop Touch: 4-Kanal Controller mit Touch-Display für Virtual DJ

Reloop Touch
Reloop Touch. Foto: Reloop

Virtual DJ ist die am weitesten verbreitete DJ Software auf der Welt. Allerdings bieten die Macher von Atomix, der Firma hinter Virtual DJ, keine eigene Hardware (von Control Vinyls abgesehen). Auch echte Hardware-Bundle sind extrem selten. Wenn, dann ist Virtual DJ in der Regel eine von mehreren Weichwaren, die mit einem Controller geliefert werden. Dabei spielt Virtual DJ mit praktisch jedem DJ Controller zusammen und muss sich von Funktionsumfang und Performance nicht hinter den großen drei Serato DJ, Traktor Pro und rekordbox dj verstecken. Nun bringt Reloop den Reloop Touch, einen Vier-Kanal-Controller, der zusammen mit Atomix entwickelt wurde und ausschliesslich mit Virtual DJ Pro in der Vollversion geliefert wird.

Der Reloop Touch mit großem 7"-Touch-Display
Der Reloop Touch mit großem 7″-Touch-Display läuft mit Virtual DJ Pro auf dem PC oder Mac. Foto: Virtual DJ

Der Name ist Programm, der Reloop Touch kommt mit einem berührungsempfindlichen 7-Zoll Farb-Display. Reloop schreibt in seiner Pressemitteilung, dass es der weltweit erste DJ Controller mit integriertem 7″ Touch-Dsiplay sei. Naja, da fallen mir sofort der Pioneer DJ XDJ-RX2 ein und der DDJ-RZX, der sogar drei 7″ Touch-Displays hat.  Also gut, lass uns vom Marketing-Bla unbeeindruckt einen Blick auf das Gerät werden.

Reloop löst hier einige Dinge gänzlich anders als es die gleichförmigen Serato DJ Controller und die Geräte von Pioneer DJ und Traktor Kontrol tun. Zunächst einmal fallen die oben liegenden Jog Wheels auf. Dann die Fader für die Effekte oberhalb der Pads. Auch die Shift-Taste ist weit nach oben gerutscht. Von dort aus gesehen sind ein Dreh-Encoder und die vier Effekt-Fader im Weg zur Mehrzahl der Pads und Tasten, die eine zweite Bedienebene haben. Das wirkt zumindest vom Foto her bei Einhandbedienung wenig ergonomisch.

Das Layout des Reloop Touch ist symmetrisch – allerdings liegen hier die Start/Stop Tasten anders als bei z.B. Denon DJ nicht bei der Mixer-Sektion, sondern außen. Reloop misst den Performance Pads also mehr Wichtigkeit zu als der Transportsektion. Mit Controllerists im Hinterkopf, die die Performance Pads ausgiebig nutzen und ansonsten auf Sync setzen, ein logischer Schritt.

Der Reloop Touch soll nach Anschluss an den Computer Plug ’n‘ Play funktionieren. Wird spannend zu sehen, ob das nur für den Mac-Version gilt oder auch die Windows-Variante ohne Installation von Treibern auskommt.

Das Touch-Display wirkt auf den Fotos gestochen scharf und hoch auflösend. Es sind vier Decks gleichzeitig darstellbar. Damit wirkt die Informationen auf dem 7″-Screen schon sehr gedrängt. Auch beim „Touchen“ wird man dort sehr gut zielen müssen. In der Praxis wird man sehen, wie gut der ebenfalls vorhandene 2-Deck Modus den verfügbaren Platz nutzt. Auch Effekte lassen sich in einer XY-Darstellung am Touch-Screen steuern sowie Einstellungen vornehmen.

Virtual DJ dient nicht nur zum Mixen von Musik, sondern bietet zusätzlich ausgefeilte Funktionen für das Mixen mit (Musik-)Videos. So bietet der Reloop Touch auf dem Bildschirm auch eine Kontrolle über die Videos inklusive Cueing im Vollbildmodus. Zur Steuerung der Video-Effekte hat er separate Fader.

Eine weitere Besonderheit ist der multifunktionale „XCoder“, den jedes Deck hat. Mit diesen Dreh-Encodern lassen sich Loop-Größe, Tonart und Grid Adjust steuern. Die Tempo-Fader sind mit 50 mm sehr kurz geraten – feinfühliges Beatmatching dürfte damit nicht möglich sein. Gespart wurde ebenfalls in den Kanalzügen. Hier gibt es nur vier Dreh-Encoder statt der sonst üblichen fünf in Gain/Hi/Mid/Low/Filter-Anordnung. So muss sich der Nutzer entscheiden, ob er auf den 3-fach EQ verzichtet (und nur Hi-Low zur Verfügung hat) oder auf das Filter.

Bei den Anschlüssen schreibt Reloop von einem besonders widerstandsfähigem USB-Port, der das ungewollte Ziehen des Kabels verhindern soll. Ansonsten sind die Anschlüsse schnell aufgezählt: Master Ausgang als 6,3 mm Klinke und als Cinch, externes Netzteil und USB hinten sowie Kopfhörer (6,3 mm und 3,5 mm) und Mikrofon (6,3 mm) vorne. Für den Mikrofonanschluss gibt es einen vorne liegenden Lautstärkeregler. Klangregelung, Talk-Over oder Effekt-Regelung sind am Gerät nicht auszumachen.

Das heißt im Kehrschluss: Der Reloop Touch ist ein reiner Controller, er erlaubt nicht den Anschluss von externen Zuspielern und läuft dann natürlich auch nicht als Stand-Alone-Mischpult. Ohne Booth-Ausgang ist er im Club weniger gut einsetzbar. Der sehr einfache Mikrofon-Eingang ist für mobile DJs wenig attraktiv. Unter den professionellen DJs dürfte die mit Abstand größte Nutzergruppe von Virtual DJ aus diesem Bereich kommen. Chance vertan.

Unsere Meinung zum Reloop Touch

Es ist toll, dass außer den doch sehr ähnlichen Serato DJ Controllern und den sehr ähnlichen rekordbox dj Geräten, mit dem Reloop Touch ein Controller erscheint, der diesen Reigen durchbricht. Reloop und Virtual DJ beweisen Mut, hier ausgetretene Pfade zu verlassen und einige Dinge neu zu denken. In dieser Preisklasse ist ein DJ Controller mit 7″ Touch-Display eine Sensation. Dass er mit Virtual DJ noch dazu fürs VJing geeignet ist, ist schon sehr lecker. Angesichts des Preisschildes sind auch einige Kompromisse und Sparmassnahmen verständlich, die beim Reloop Touch gemacht wurden. Hier muss jeder DJ selbst entscheiden, wie wichtig im die fehlenden Funktionen sind.

Deine Meinung zum Reloop Touch

Legst du mit Virtual DJ auf und suchst einen Controller mit Touch-Display? Bist du Video-DJ? Was hältst du vom Reloop Touch? Schreib deine Meinung in die Kommentare ….

Der Reloop Touch kostet inkl. Virtual DJ Pro 699 € und soll ab Anfang November lieferbar sein.


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Promo-Video Reloop Touch

 

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