Neueste Nachrichten

Rückschau der DJ-Messe BPM 2016

BPM Show 2017. Foto: Andreas Paul / einfachauflegen
BPM Show 2017. Foto: Andreas Paul / einfachauflegen

Jetzt liegt sie schon etwas zurück, trotzdem möchte ich Euch eine Zusammenfassung der wichtigen europäischen DJ Messe „BPM 2016“ nicht vorenthalten. Die BPM Show fand wie auch in den Vorjahren in Birmingham parallel mit der PRO Show statt. Viele Ankündigen der Hersteller machten es sehr spannend, mich auf den Weg zur BPM 2016 in die zweitgrößte Stadt Englands zu machen. OK, von der Stadt habe ich nichts gesehen, da die Messe direkt am Flughafen liegt – aber umso mehr gab es in den beiden Hallen zu bestaunen.

Roland DJ-808

Der Roland DJ-808 mit integrierten Drum Machines und Voice-Transformer. Foto: Andreas Paul / einfachauflegen.de
Der Roland DJ-808 mit integrierten Drum Machines und Voice-Transformer. Foto: Andreas Paul / einfachauflegen.de

Wohl der Knaller überhaupt kam in Form eines amtlichen Serato DJ Controllers mit eingebauten Drum-Machines und Voice Transformers. Der 4-Kanaler Roland DJ-808 ist großzügig gestaltet und wirklich umfassend ausgestattet. Die Kombination und Integration von DJ Controller, Drum-Machine und der Stimm-Manipulation eröffnen völlig neue kreative Möglichkeiten. Das nicht nur für Hip-Hop-DJs und Electro-Producer, sondern auch im Bereich mobile DJing ist es eine interessante Erweiterung der Pioneer DJ und Denon DJ Controller. Außerdem am Stand der x-te Nachbau eines 1210er Plattenspielers und ein 2-Kanl Scratch-Mixer, der sich vor allem durch seine Faceplate von einem DJ-Tech-Mischer unterscheidet.

ADJ Focus Spots

Der ADJ Focus Spot Two mit motorisiertem Focus. Foto: Andreas Paul / einfachauflegen.de
Der ADJ Focus Spot Two mit motorisiertem Focus. Foto: Andreas Paul / einfachauflegen.de

ADJ zeigte ein paar einfache LED-Multi-Effekte und vor allem seine kompakten, mit Motor-Fokus ausgestatteten Moving Heads. Der Focus Spot Three von der musikmesse hat mit dem Two und One noch zwei kleinere Geschwister an die Seite gestellt bekommen. Mit PowerCon, guten Displays und pfiffig konstruierten Gehäusen machen sie einen guten Eindruck.

Allen & Heath Xone:PX5

Das Highlight von Allen&Heath: der Xone:PX5 Mixer. Foto: Andreas Paul / einfachauflegen.de
Das Highlight von Allen&Heath: der Xone:PX5 Mixer. Foto: Andreas Paul / einfachauflegen.de

Die Briten haben ihren neuen 4+1 Kanal Mischer vorgestellt. An sich ein analoges Gerät mit dem berühmten A&H Filter, wurden ihm digitale Effekte, eine Soundkarte und MIDI-Fähigkeiten mit gegeben. Bei gewohnt exzellenter Verarbeitung glänzte der Xone:PX5 durch ein super strukturierte Oberfläche. Dem Mischpult sind jahrelange Erfahrung und höchste Ingenieurskunst bereits anzusehen – und beim Handanlegen auch zu fühlen.

Chauvet DJ

Die Jungs aus Florida hatten eine Reihe an Neuigkeiten im Gepäck. Zum einen die Freedom Stick Packs. Das sind jeweils vier 1,55 lange, transparente Kunststoffröhren mit je 32 LEDs, die sich dank Akku und drahtlosem DMX extrem flexibel einsetzen lassen. Dank umfangreicher Vorprogrammierung sind bereits mit vier Sticks mit minimalem Aufwand beeindrucken Effekte zu erzielen – die Aha-Effekte nehmen mit zunehmender Anzahl Sticks natürlich noch zu. Außerdem mit dem FXpar 9 ein interessanter RGB+UV Kombi-Scheinwerfer mit 9 pixelsteuerbaren LEDs sowie zusätzlichen Strobe-LEDs und Center-Beam. Dazu noch neue Profil-Scheinwerfer und ein beliebig montierbarer Nebel Geyser P6. Der Ausstoß lässt sich eindrucksvoll per RGB+UV beleuchten.

IMG Stageline

Die Bremer zeigten ihre Ton- und Lichtprodukte aus diesem Jahr. Neu am Start war ein Prototyp eines verkleinerten LED Cube-630/LED, der Mini-Cube.

Rekord Buddy 2.0

Als einziges Software-Unternehmen im DJ-Bereich war Next Audio Labs vertreten. Der Chef Damien Sirkes war wie im Vorjahr extra aus Kalifornien angereist. Diesmal hat er am BPM-Wochenende die langersehnte Version 2.0 seiner Rekord Buddy Software gelauncht. Das ist aus meiner Sicht die Innovation, die das digitale DJing am meisten verändern wird. Zunächst nur für den Mac erhältlich, erlaubt es Rekord-Buddy alle Meta-Daten wie Cue-Punkte, Loops, Beatgrids usw. zwischen rekordbox dj, Serato DJ und Traktor Pro zu synchronisieren. Damit fallen die Schranken, die einen DJ an eine DJ Software binden, in die er viel Zeit zur Vorbereitung seiner Tracks investiert hat.

Eine Version für Windows und die Erweiterung für Virtual DJ und weitere DJ Weichwaren sind in der Entwicklung.

Pioneer DJ

Der neue Einsteiger-Mixer von Pioneer DJ: DJM-450. Foto: Andreas Paul / einfachauflegen.de
Der neue Einsteiger-Mixer von Pioneer DJ: DJM-450. Foto: Andreas Paul / einfachauflegen.de

Pioneer DJ definiert mit der Vorstellung des DDJ-RZX neu, was ein Flaggschiff-Controller ist. Der knapp 3.000 € teure Bolide glänzt mit drei Bildschirmen, umfangreicher Video-Steuerung sowie – erstmals in einem Pioneer DJ Controller – den neuen, hochwertigen Digital-Audio-Wandler aus den NXS2-Geräten. Außerdem am Start war der neue DJM-450, ein 2-Kanal-Mixer mit etlichen Anleihen aus dem DJM-900nxs2, sowie der WeGo 4.

Reloop

Reloop Mixtour mit iPad Pro
Als einziger Controller nimmt der Reloop Mixon 4 direkt ein iPad Pro auf. Foto: Andreas Paul / einfachauflegen.de

Die Münsteraner hatten schon immer ein Faible fürs Auflegen mit Tablets und Smartphones. Jetzt präsentieren sie ihren ausgeklügelten Mixon 4 Controller, der für Serato DJ und djay Pro entwickelt wurde. Damit lässt sich vom Rechner (Mac, Windows) bis zum Tablet und Smartphone (iOS und Android) so ziemlich alles zum DJ einsetzen, was heute möglich ist. Dabei werden alle Möglichkeiten ausgenutzt, die die beiden Weichwaren nutzen, wie Key-Shifting und acht Sample-Slots.

Sonst noch

Auch auf der BPM 2016 vertreten waren Adam Hall mit Cameo, LD Systems und Gravity, American Audio, eXpand Stretch Covers, Hercules und Rane. Diese haben aber nichts gezeigt, was es nicht bereits auch in Frankfurt zu sehen gab. Ebenfalls ausgestellt haben Decksaver, eXpand Strech Cover, Magma Bags und UDG, die aber lediglich angepasste Taschen, Cover und Abdeckungen für neue Geräte zeigten.

Durch Abwesenheit glänzten Denon DJ, Native Instruments, Daslight und Virtual DJ. Serato DJ war nicht mit einem eigenen Stand, aber mit Produktspezialisten am Roland-Stand präsent. Die erstgenannten hätten mit dem MC-7000, neuen Producer-Werkzeugen, Daslight 4 und VDJ 8.2 eigentlich auch interessante, aktuelle Produkte zu zeigen gehabt – schade.

Programm auf der BPM 2016

Wie immer war das Begleit-Programm zur BPM 2016, das in verschiedenen separaten Areas abgehalten wurde, erste Sahne. Alle Themen waren auf (mobile) DJs zu geschnitten. Das optimale Aufstellen von Lautsprechern war genauso Thema wie als Master of Ceremony sein Angebot zu erweitern. Auch wie man Mixing-Skills aus der Club-Welt ins mobile DJing mit seinen zahlreichen Genre-Wechseln übernehmen kann, wurde eindrucksvoll demonstriert.

Auch aus Deutschland ist es attraktiv, diese Messe zu besuchen. Durch den Termin im Herbst werden dort viele Neuigkeiten gezeigt, die es im Frühjahr bei der NAMM Show und der musikmesse/Prolight+Sound noch nicht zu sehen gab. Bei frühzeitiger Buchung kosten Flug und Hotel in Summe nicht mehr als ein Trip nach Frankfurt, da dort die Hotelpreise wesentlich höher sind. Für die Messe und vor allem die Beiträge ist es gut, wenn man Englisch versteht.

Auch im September 2017 werden beide Messen wieder stattfinden. Die erste hat DJ & Electronic Music Production als Thema, die zweite präsentiert Licht und Tontechnik für DJs und kleine bis maximal mittlere Veranstaltungstechniker.

Die genauen Termine fürs nächste Jahr will die Messe in den nächsten Tagen bekannt gegeben. Du kannst Dich auf der Webseite bereits eintragen und wirst dann informiert, sobald die Termine stehen.

Warst Du auf der BPM 2016? Was waren Deine Eindrücke? Oder was sagst Du „aus der Ferne“ zu den dort vorgestellten Produkten? Ich freue mich über Deine Meinung in den Kommentaren …