Tests & Besprechungen

Test & Video: Astera AX10 SpotMax – drahtloser RGBAW PAR mit Akku & IP65

Zum Koppeln der Lampe musst du diese in den sogenannten „Blau-Modus“ versetzen. Dazu drückst du den Ein-/Ausschalter der Lampe für drei Sekunden. Die Lampe signalisiert durch blaues Blinken der neun LEDs, dass sie zum Paaren bereit ist. Praktischerweise kannst du diesen Prozess mit allen Lampen in deinem Bestand gleichzeitig durchführen. Wenn alle Lampen blau blinken, gibst du einmal in der AsteraApp den entsprechenden Befehl und innerhalb weniger Sekunden sind alle Lampen verbunden.

Die Lampen kannst du ganz einfach Gruppen zuordnen. In der App den entsprechenden  Modus wählen. Dort kannst du entweder direkt in der App die Lampen wählen oder an der Lampe durch Drücken des An-/Ausschalters die Zugehörigkeit zur aktuellen Gruppe bestätigen.

Der AX10 SpotMax mit seinen 9×15 W RGBAW-LED ist schon sehr hell. Für viele Anwendungen im Bereich mobiler DJs dürfte der AX10 eine Kanone sein, mit der du auf Spatzen schiesst. Interessant wird die Lampe, wenn es um die Ausleuchtung großer Säle, Hallen oder Zelte mit hohen Wänden geht. Auch Räume mit dunklen Oberflächen (z.B. Beton, Klinker, Holz) taucht der AX10 in kräftiges Licht. Der AX10 eignet sich auch prima für das Anstrahlen großer Fassaden oder riesiger Bäume. Dabei deckt er mit 13° keine breite Fläche ab, sondern kommt fokussiert auf Höhe.Das änderst du , wenn du die Filter einsetzt. Dabei verlierst du etwas an Leuchtweite, da das Licht breiter verteilt wird, aber der AX10 hat mächtige Reserven.

Das LCD-Display ist nicht besonders gut ablesbar. Insbesondere wenn es hintergrundbeleuchtet ist, ist es relativ winkelabhängig und wird dann schnell unscharf. Die daneben liegende LED soll vor dem Einsatz signalisieren, dass die Lampe ausreichend geladen ist bzw. im Netzbetrieb läuft. Die Status-LED leuchtet nur beim Einschalten der Lampe und nur lange wie das Display. Die LED nutzt Grün, Gelb und Rot für verschiedene Ladezustände bzw. blau für Netzbetrieb. Die ersten drei Farben sind für Nutzer mit eingeschränktem Farbsehen nicht brauchbar. Alternativ gibt es im LCD-Display ein typisches Batterie-Symbol, dass den Ladevorgang bzw. vier Ladestati anzeigt. Der präzise Batterie-Stand in Prozent lässt sich an der Lampe nur in den Tiefen des Menüs ablesen. Das geht über die App sehr viel bequemer

Das IR-Auge auf der Rückseite hat sich als unpraktisch erwiesen. Insbesondere wenn die Lampe als Floorspot eingesetzt wird, da das IR-Auge dann dem Boden zugewandt ist. Aber auch im Rig ist es so in der Regel nicht wirklich zu gebrauchen. Du kannst dir aus meiner Sicht das Geld für die IR-Fernbedienung ruhig sparen und ganz auf die Steuerung mit AsteraApp/AsteraBox setzen.

Das Menü selbst ist gut strukturiert, nervt nicht mit Abkürzungen und hat ins Summe überzeugt. Es bietet eine Reihe von voreingestellten Farben und Weißtönen mit verschiedenen Farbtemperaturen. Allerdings kannst du im Custom-Mode nur RGB einstellen, auf die Zumischung von Weiß und Amber hast du nur über die drahtlose Steuerung Zugriff. Beim Eingeben von DMX-Adresse oder RGB-Werten fiel auf, ging das in kleinen Schritten gut. Wenn die Taste länger gedrückt wird, wechseln die Werte so schnell, so dass keine halbwegs präzise Landung mehr möglich ist. Auch kommt das LCD Display mit dem Wechsel selbst der Ziffern an der Hunderterstelle schon bei Zimmertemperatur nicht mehr hinterher. Praktisch wäre es auch, wenn der Durchlauf beim Erreichen von 0 und 255 bzw. 512 stoppt.

Begeistert hat mich die Farbtreue der Lampen. Dies wird durch die Auswahl der Bauteile und die beschriebenen Verfahren erreicht, die bei der Produktion bzw. in der Lampe zum Einsatz kommen. Die Farben sind wirklich schön und konsistent mit anderen Astera-Produkten. Auch bei Mischfarben entstehen nur ausgesprochen geringe Farbschatten. Der hohe CRI-Wert begeistert Fotografen.

Es ist eine Pracht, wie viel Auf- und Abbauzeit man beim Einsatz der Akkulampen im Vergleich zu herkömmlichen Floorspots spart. Durch die AsteraApp/AsteraBox bleiben die Lampen durchgehend drahtlos steuerbar. So kannst du jederzeit die Helligkeit anpassen oder vom Ambient- in den Party-Modus umschalten, ohne zuvor DMX-Kabel ziehen zu müssen.

Die drahtlose Steuerung hat in der Praxis durchgängig zuverlässig funktioniert. Natürlich ist das im Bereich Ambient-Licht auch weniger kritisch als z.B. bei Bühnenbeleuchtung. Über die App lässt sich festlegen, wie sich der AX10 verhält, sollte die Drahtlos-Verbindung einmal unterbrochen werden. Also sozusagen mit Fangnetz.