DJ Hardware

Test & Video: Denon DJ MC4000

Denon DJ MC4000
Der Denon DJ MC4000 2-Kanal DJ Controller für Serato Intro. Foto: Denon DJ

Denon DJ platziert den MC4000 zwischen dem deutlich einfacher ausgestatteten 2-Kanal Controller MC2000 und dem großen, insbesondere bei Mobil-DJs äußerst beliebten 4-Kanal Controller MC6000 Mk2. Es ist der erste DJ Controller der Marke Denon DJ, der entwickelt wurde, seit Denon DJ vor anderthalb Jahren von InMusic Brands übernommen wurde – der Unternehmensgruppe, zu der unter anderem auch Numark und Akai Professional gehören. Wir haben den Denon DJ MC4000 mit Firmware 0.17.0 und Serato DJ Intro 1.2.6 und Serato DJ 1.8 auf einem Mac mit OS X Yosemite (10.10.5) getestet.

Auspacken / Erster Eindruck

Wenn die Hand den Controller aus dem Karton hebt, ist augenblicklich klar, dass InMusic Brands die Tugenden von Denon DJ nicht über den Haufen geworfen hat. Der Denon DJ MC4000 ist wie die anderen Denon Controller aus dem Vollen gefräst und wiegt richtig. Mit mehr als 4 kg ist er ungefähr doppelt so schwer wie viele andere 2-Kanal Controller aus der Plastik-Klasse. Grund dafür sind das Gehäuse aus Stahlblech (zum Teil mit Kunststoff ummantelt) und die hochwertigen Bauteile. Das versprüht Solidität und macht Hoffnung auf ein Werkzeug, das viele Jahre oder gar Jahrzehnte hält.

Das Design ist nicht das eleganteste oder coolste, aber wunderbar funktional. Das Layout ist ausgesprochen großzügig und aufgeräumt. Wirkten Denon DJ Controller in der Vergangenheit durchaus mal überladen, lässt sich mit dem Denon DJ MC4000 ausgesprochen intuitiv und angenehm arbeiten – alle wichtigen Arbeitsschritte eines DJs unterstützt er durchdacht und unaufgeregt. So viel Platz für die Finger um die Bedienelemente findet sich bei kaum einem anderen Controller.

Bei der Qualität und Ausführung der Bedienelemente werden sich auch alte Denon DJ Nutzer sofort zu Hause fühlen. Alle Drehregler des Denon DJ MC4000 haben eine ordentliche Größe, sind griffig geriffelt und bis auf die drei Endlos-Decoder zum Browsen bzw. in der Effekt-Sektion mit weißen Zeiger-Strichen versehen. Alle Regler auf der Oberseite sind gummiert, die sieben Regler an der Vorderseite wie auch die kleinen runden Tasten, die Seiten der Jog Wheels und die Faderkappen aus Hartplastik. Die Pads und alle anderen rechteckigen Tasten sind aus semi-transparentem Gummi, mit LED hintergrund-beleuchtet und mit invers-schwarzer Beschriftung versehen. Sie haben vor allem in Nord-Süd-Richtung reichlich Spiel – sicherlich eine Geschmacksfrage, meiner ist es nicht. Allen Tasten gemein ist, dass sie einen wohl definierten Druckpunkt haben. Die LED-Beleuchtung ist entweder an oder aus. Das ist in helleren Umgebungen sehr eindeutig, im dunklen Club muss der DJ dann schon wissen, wo sich die Bedienelemente finden, die er zum Leuchten bringen möchte.

Auf erweitere Funktionen wie Schalter für Slip-Modus, anschlagdynamische Performance Pads oder das Bearbeiten von Beatgrids am Gerät muss der DJ beim MC4000 verzichten. Wer das kann, erhält dafür einen aufgeräumten Controller, mit dem es sich herrlich auf die Grundfunktionen des DJings konzentrieren lässt.

Der Denon DJ MC4000 richtet sich an digitale DJs. Es steht ein einzelner AUX-Eingang für einen Line-Zuspieler zur Verfügung, der – bis auf einen Lautstärkeregler auf de Arbeitsoberfläche – direkt auf den Masterausgang durchgeschliffen ist. Auf vollwertige Anschlüsse für zwei Line- oder gar Phono-Zuspieler muss der Käufer des Geräts verzichten, damit auch auf DVS. Belohnt wird er damit mit zwei professionellen und umfangreich ausgestatteten Mikrofon-Eingängen sowie einer Ausgangssektion, die praktisch keine Wünsche offen lässt: Master mit symmetrischen (XLR – z.B. zum direkten Anschluss an die PA. Leider wurde hier die an der Buchse die Verriegelung gespart) und unsymmetrischen (Cinch – z.B. zum Anschluss an einen Club-Mixer) Anschlüssen, die in der Hardware auf Mono schaltbar sind, dazu ein Booth-Ausgang (6,3 mm Klinke) – alle wunderbar oben am Gerät in der Lautstärke verstellbar. Dazu noch eine Aufnahme für ein Kensington-Schloss, Kabelsicherung und ein mechanischer Schutz des An-/Ausschalters gegen unbeabsichtigtes Betätigen. Genau das, was ein (moderierender) DJ, der damit sein Geld verdient, als Arbeitsgerät braucht.

Denon DJ MC4000 Rückseite
Der Denon DJ MC4000 trumpft mit vollständigen und ausgesprochen professionellen Ausgängen auf. Auch die Anschlüsse für zwei Mikrofone sind von mobilen DJs gern gesehen. Foto: Denon DJ

Zwei Kopfhörer finden an den beiden Eingängen mit 6,3 mm und 3,5 mm Klinke-Anschlüssen Platz. An der Vorderseite werden die Lautstärke und der Cue-Mix (hier ungewöhnlicher Weise mit Pan bezeichnet) geregelt. Über einen Schiebeschalter lässt sich das Vorhörsignal aufsplitten. Dann sind in der linken Muschel des Kopfhörers alle auf CUE gelegten Kanäle zu hören und rechts das Mastersignal – jeweils in mono.

An der Vorderseite finden sich noch fünf weitere Drehregler zur Steuerung von Klang und Effekten für die beiden Mikrofonanschlüsse. Dazu unten mehr. Die Drehregler an der Vorderseite sind gut von oben ablesbar beschriftet, aber zum Transport nicht versenkbar.