DJ Hardware

Test & Video: Mixars DUO

Die Kanalzüge sind vollständig ausgestattet. Zunächst ein Schiebeschalter, der zwischen Phono, Line und „Serato (USB)“ wechselt. Dann folgt der Gain-Regler (hier als „Trim“ bezeichnet), ein 3-fach EQ, der als Kill arbeitet, sowie das bipolare Filter. Parallel dazu liegen die zehngliedrigen LED-Ketten zur Aussteuerung des Eingangssignals. (Zwischen den Kanalfadern dann noch eine genauso lange Doppelkette für das Master-Signal.) Die verbauten LEDs sind allerdings weder besonders hübsch noch besonders gut ablesbar. Das liet nicht nur an der fehlenden Beschriftung, sondern auch daran, dass bei seitlichem Blick die Helligkeit deutlich nachlässt. Die LED-Ketten folgen der typischen grün-gelb-roten Ampel-Logik und sind somit für DJs mit eingeschränktem Farbsehen nur schwer nutzbar.

Weiter geht es im Kanalzug mit einem blau leuchtenden „Cue“ Button zum Vorhören des Kanals. Diese lassen sich unabhängig voneinander (de-)aktivieren, ein Klick z.B. auf den rechten Kanal schaltet also nicht automatisch den linken stumm.

Die Kanalfader wie der Crossfader messen 45 mm und laufen alle drei sehr leicht, so dass sich auch mit den Kanalfadern prima scratchen lässt.

Außen gelegen finden sich für jeden Kanal noch weitere Bedienelemente. Es gibt zwei Tasten um Beat-Multiplier festzulegen. Dann ein Effekt-Regler mit An-/Ausschalter. Wer diesen schwarzen Drehregler mit einem dunkelblauen Strich beschriftet hat, legt vermutlich nur tagsüber im sonnigen Italien auf. Ungewöhnlich ist, dass die (Serato-) Effekte beim DUO zwar Post-Kanalfader, aber Pre-Crossfader arbeiten. Damit hackt ein Zug am Crossfader z.B. mal eben ein waberndes Echo ab. Nicht schön.

Weiter folgt ein Dreh-Klick-Encoder für Loops. Hier hätte ich mich über eine visuelle Rückmeldung der gewählte Loopgröße sehr gefreut. So musst du immer auf deinen Laptop schauen, um zu sehen, was für einen Loop du gewählt hast. Über Shift lassen sich über den Loop-Encoder auch Loop-Rolls einsetzen.

Zu guter letzt kommen noch vier RGB-beleuchtete Performance Pads. Sie sind ausschliesslich für Hotcues und Samples zuständig. en Modus wählst du blitzschnell mit einem mittig sitzenden Kippschalter aus. Mit den sonst bei Controllern üblichen Belegungen von Performance Pads wie Slicer, Loop Rolls usw. haben die Pads nichts am Hut. Per separatem „Bank“-Taster lassen sich die Pads im Hotcue Modus auf eine zweite Ebene umschalten, so dass du über diesen Umweg acht Hotcues pro Kanal nutzen kannst.

Oben rechts finden sich dann Potis für die Master- und Booth-Lautstärke. Oben links der Lautstärkeregler und eine einfache Klangregelung (hoch/tief) für den Mikrofon- / Aux-Kanal. An der Vorderseite musst du mit einem Schiebeschalter festlegen, wie du diesen Zusatzkanal nutzt – AUX oder MIC – oder ob du ihn vollständig deaktivierst. Dieser Zusatzkanal geht über den Regler für die Masterlautstärke direkt auf den Masterausgang. Ohne mehrfach EQ, Filter und Talkover fürs Mikro sind beides eher Notbehelfe.

Alle Drehregler, Fader und die Taster machen einen hochwertigen, sehr soliden Eindruck. Lediglich die silberfarbenen Kippschalter wirken etwas wackelig. Ich gebe aber zu, dass ich für diesen „altmodischen“ Schaltertyp keine echte Referenz habe.

Mit Serato DJ / DVS läuft alles direkt aus dem Karton zusammen, ohne dass irgendetwas eingestellt werden müsste. Super! Allerdings hat bei mir die Initialisierung der Fader in Serato DJ nicht immer funktioniert. Spielt dann der erste Song, obwohl der Kanalfader geschlossen und der Crossfader auf dem anderen Kanal liegt, tönt trotzdem fröhlich Musik aus dem Masterausgang. Nach einem Zug an jedem Fader ist dann aber alles im Lot.

Klang

Master-, Booth und Kopfhörerausgang klingen ausgewogen und spielen sehr druckvoll. Bei weit aufgedrehtem Master sind – je nach gewähltem Eingang – unterschiedlich stark Rauschen bzw. Brummer zu hören. Das aber erst in Bereichen, in denen das eigentliche Signal diese Geräusche extrem übertönt.