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Test & Video: Native Instruments Traktor Kontrol S5

Traktor Kontrol S5
Die Arbeitsoberfläche des Traktor Kontrol S5 mit einem ausgefeilten Beleuchtungskonzept. Foto: Native Instruments
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779 bis 799
  • 80%

  • Native Instruments Traktor Kontrol S5
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  • Zuletzt überarbeitet: 16. April 2016

Der Traktor Kontrol S5 ist eine Weiterentwicklung des Traktor Kontrol S4 Mk2, den wir hier bereits besprochen haben. Er ist nach dem Kontrol S8 der zweite DJ Controller von Native Instruments mit eingebauter Soundkarte, der für das Anspielen von Stems entwickelt wurde.

Erster Eindruck

Als erstes fallen die nahtlos eingepassten, hochauflösenden Displays des Kontrol S5 auf. Sie geben ihre Informationen knackscharf und ohne Verzögerung wieder. Über je acht Tasten, die rechts und links des Displays angeordnet sind, und je zwei Encoder unterhalb der Displays lassen sie sich bedienen und ändern kontextabhängig ihre Anzeigen.

Traktor Kontrol S5
Die Arbeitsoberfläche des Traktor Kontrol S5 mit einem ausgefeilten Beleuchtungskonzept. Foto: Native Instruments

Praktisch unverändert in der Gehäusegröße zum S4 (Mk2) hat Native Instruments beim S5 die Jog Wheels und Tempo-Fader über Bord geworfen, um Platz zu schaffen für die hochauflösende Displays, acht Pads und einen Touchstrip. Die Kanalzüge sind nach wie vor vollständig, es ist noch ein Schalter hinzugekommen, mit dem das Filter in jedem Kanal ein- und ausgeschaltet wird. Die LED-Anzeigen zur Kanalaussteuerung sind mit 11 LEDs schön verlängert geworden und jetzt neben die EQs gewandert. Die Änderungen an der Transport-und Effekt-Sektionen sind nur kosmetischer Natur, lediglich das Umschalten der Effekte zwischen Single- und Gruppen-Modus hat keine dedizierten Tasten mehr, sondern erfolgt über Shift+Taste des Dry/Wet-Reglers und dann den Browse-Encoder über Display – das ist in der Praxis ähnlich kompliziert wie sich meine Beschreibung liest.

Alle Tasten inklusive der Pads sind aus Gummi und mit LEDs hintergundbeleuchtet. Sie verfügen über einen wohldefinierten Druckpunkt, sind gut gelagert und machen einen soliden Eindruck.

Der zentrale Browse-Drehknopf des S4 (Mk2) wird durch jeweils einen Browse-Encoder bei jedem Deck abgelöst, die zusätzlich eine „Zurück“-Taste zur Seite gestellt bekommen haben. Auch der Sampler und der Preview-Button sind aus der Mitte verschwunden. Dort finden sich jetzt Regler für Master-, Booth- und auch Kopfhörer-Lautstärke sowie den Cue Mix.  Dazwischen sitzt ein größerer Dreh-Encoder, mit dem das (Master-) Tempo angepasst wird. Erhalten geblieben sind die praktischen separaten Tasten, mit denen sich Snap und Quantize direkt am Controller ein- und ausschalten lassen.

Traktor Kontrol S5 Rückseite
Die Rückseite des Traktor Kontrol S5 mit zwei Master- und Booth- Ausgängen sowie einem behelfsmäßigen Eingängen für Mikro und Line. Foto: Native Instruments

Nachdem viele DJs beim Wechsel vom Kontrol S4 zum S4 Mk2 vergeblich darauf gewartet haben, hat NI dem Traktor Kontrol S5 jetzt vollständig professionelle Ausgänge spendiert: Master mit sauber verschraubten XLR-Buchsen für symmetrische und Cinch für unsymmetrische Verbindungen, dazu eine Booth-Ausgang mit 6,3 mm Klinke, ebenfalls symmetrisch. An der Vorderseite findet je ein Kopfhörer mit Klinken- bzw. Miniklinken-Stecker Anschluss.

Dünner geworden ist es bei den Eingängen. Beim Kontrol S5 gibt es nur noch einen AUX-Eingang, die zwei vollwertigen externen Eingänge des S4 (Mk2) hat er nicht. Wer Stems abspielen und externe Zuspieler einbinden bzw. DVS machen möchte, muss zum Kontrol S8 greifen. Auch ein Anschluss für Mikrofon ist vorhanden, allerdings gibt es im Vergleich zum S4 Mk2 nicht mehr dedizierte Hardware-Regler für Gain und Lautstärke des Mikrofons.

Bedienung

Das Beleuchtungskonzept des Traktor Kontrol S5 ist wie bei seinen aktuellen Geschwistern eine Wucht. Der Controller lässt sich auch bei Dunkelheit im Club bestens bedienen. Alle Drehregler sind schön groß sowie griffig geriffelt und gummiert. Bis auf die fünf Endlos-Encoder haben alle Dreh- und Schiebe-Regler gut sichtbare weiße Markierungen.

Hervorragend ist bei dem Controller auch die Regelung aller Eingangs- und Ausgangslautstärken – sind doch hier alle Regler ganz praktisch zentral auf der Arbeitsoberfläche angeordnet.

Zahlreiche Funktionen, die andere Traktor Kontrol Geräte als separate Bedienelemente haben, sind beim Traktor Kontrol S5 kontextabhängig auf den Browse- bzw. Loop-Encoder gewandert (z.B. Load, Preview, Key-Lock, Tempofader, Effekt-Group/-Single), die aber oftmals durch Drücken einer oder mehrerer weiterer Tasten erreichbar sind. Dadurch ist der S5 nicht mal eben so einfach aufgestellt und alle seine Funktionen sind auf den ersten Blick klar. Auch nicht für Traktoristen älterer Kontrols. Eine gewisse Einarbeitung und das Studium des Handbuchs sind erforderlich ehe klar wird, wie alles bedient wird.

Und um es vorweg zu sagen: wer elektronische Musik auflegt und das Konzept von Stems für sein DJen liebt, ist hier richtig. Wer (auch) nicht elektronische Musik auflegt oder manuell beatmatchen will, der findet für Traktor Pro mit dem Kontrol S2 Mk2 und Kontrol S4 Mk2 bessere Controller mit Jog Wheels und Tempo-Fadern – und ohne dass ihm die Beschränkungen des starren Beatgrid-Konzepts von Traktor Pro zwischen die Füße fallen.

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