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Test & Video: Numark NV

Numark NV
Der Numark NV 4-Kanal Controller für Serato DJ. Foto: Numark

Numark NV

Der Numark NV ist ein gediegen ausgestatteter, digitaler 4-Kanal Controller für Serato DJ. Als Highlight hat er zwei Displays mit knapp 11 cm Bildschirmdiagonale, mit denen Du auflegst – so das Versprechen von Numark – ohne Deinen Rechner anzuschauen oder anzufassen. Das Ganze zu einem ausgesprochen attraktiven Preis von knapp 700 €.

Auspacken / Erster Eindruck

Der Numark NV ist eine Ansage. Er bringt so ziemlich all das mit, was sich die meisten DJs von einem hochwertigen Controller wünschen. Er hat zahlreiche Komponenten von seinem großen und teuren Bruder Numark NS7II übernommen und spielt – was Preis und Verarbeitung angeht – in einer Liga mit 4-Kanal Controllern wie ein Traktor Kontrol S4 Mk2, Denon MC6000 MkII oder Reloop Terminal Mix 8. Nur bringt er eben noch an jedem Deck ein feinauflösendes Farb-Display mit, das bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen sehr gut ablesbar ist. Zudem bietet der Numark NV jede Menge Möglichkeiten, Einstellungen direkt an der Hardware vorzunehmen, wo man bei anderen Geräten die Software am Rechner bedienen muss – wenn es diese Einstellmöglichkeiten dort überhaupt gibt. Also Hut ab vor Numark, wie sie das zu diesem Preis hinbekommen. Dabei ist der Numark NV nicht mal in China gefertigt, sondern im  in der Regel deutlich teureren Taiwan.

In die Packung hat Numark aus Spargründen nur eine verkürzte Anleitung gelegt. Zahlreiche Möglichkeiten erschliessen sich erst, nachdem Du Dir die vollständige Anleitung von der Webseite heruntergeladen und zu Gemüte geführt hast.

Das Gehäuse ist aus hochwertigem Kunststoff sauber und stabil gefertigt, was sich mit einem stattlichen Kampfgewicht von rund 3,3 kg bemerkbar macht. In einen normalen Rucksack oder Messenger-Bag lässt sich der Numark NV kaum noch verstauen, da bietet es sich an, das gute Stück beim Transport mit einem passenden Soft- oder Flight-Case zu schützen.

Seinen Strom bezieht er aus einem externen Netzteil – schon allein wegen der Displays ist an eine Versorgung über den USB-Port eines Rechners nicht zu denken.

Anders als bei den meisten anderen Controllern gibt es keinen zentralen Encoder zum Browsen, sondern rechts von den Displays sitzt für jedes Deck ein eigener. Darüber befindet sich auch jeweils eine Load-Taste zum Laden des ausgewählten Tracks ins entsprechende Deck.

Die Kanalfader und der sehr schön laufende Crossfader haben jeweils 45 mm Verstellweg. Der Crossfader kann – wie bei einem hochwertigen klassischen Mischpult – von oben getauscht werden, dazu wollen lediglich vier Inbus-Schrauben herausgedreht werden. Die einzelnen Kanalzüge werden dem Crossfader über Schalter direkt am Controller zugeordnet – oder der Crossfader durch vierfache Nicht-Belegung vollständig deaktiviert. Mit an Bord ist außerdem Fader-Start, mit dem der Start des jeweiligen Decks über eine Bewegung des Crossfaders ausgelöst wird.

Jeder Kanal verfügt über eine etwas kurze Aussteuerungsanzeige mit fünf LEDs im klassischen grün-gelb-rot. Zusätzlich ist eine Doppel-LED-Kette für den Master an zentraler Stelle gut ablesbar angebracht. Mit Kanal-Gain, 3-fach EQ, Filter und Cue-Taste sind die Kanalzüge auch ansonsten vollständig ausgestattet. Als Besonderheit sind die Filter- und EQ-Regler – wie auch die Encoder für die Effekte – berührungsempfindlich und können so durch Fingerauflegen blitzschnell aktiviert oder deaktiviert werden.

Die Gain-Regler wie auch die Effekt-Regler sind nicht als Endlos-Encoder ausgeführt, sondern haben klassisch einen Minimal- und Maximal-Anschlag. Beim Drücken einer CUE-Taste für die Kopfhörerbelegung werden automatisch alle anderen deaktiviert. Die gleichzeitige Betätigung mehrerer Cue-Tasten schaltet aber wie gewünscht auch mehr als einen Kanalzug auf den Kopfhörer.