DJ Hardware

Test & Video: Omnitronic TRM-202 Mk3 Rotary Mixer

Haben die EQs eine Mittenrasterung, fehlt diese den drei Isolatoren leider. Hier heißt es also jedesmal hingucken, wenn es zurück in die Mittenstellung gehen soll. Das Arbeiten im Dunkeln ist nicht ganz so einfach, insbesondere die Tasten wären beleuchtet oder zumindest in einer hellen Farbe sehr viel praktischer.

Das Gerät hat vier schwarze Kunststoff-Füße. Diese machen keine Markierungen auf hellen Stellflächen, geben allerdings auch keinen besonders guten Halt. Erst wenn der TRM-202 Mk3 zwischen zwei Turntables geklemmt wird, findet er wirklich sichern Stand. Spätestens in dieser Position fällt dann aber auch auf, dass die Arbeitsoberfläche des Mixers, rund 7 mm höher ist als die Oberkante eines 1210ers. Unglücklich. Warum die Oberkante des Über-DJ-Plattenspielers nicht als das Mass der Dinge genommen wurde, ist ein Rätsel. Genauso wie die Höhenangabe von 95 mm, die Omnitronic macht. Die Oberkante der Arbeitsoberfläche liegt bei rund 89 mm, mit den Dreh-Potis messe ich rund 105 mm.

Klang

Klanglich geht der Omnitronic TRM-202 Mk3 für die Preisklasse in Ordnung. Sowohl die Phono- wie auch die Line-Eingänge klingen gut. Die verbauten Alps-Drehregler (Blue Velvet RK27) der Isolatoren sind amtlich. Sie arbeiten sehr sanft und musikalisch, haben aber mit +9 dB Boost ordentlich Dampf nach oben und arbeiten nach unten bis zum Full Kill. Die Trennfrequenzen liegen bei 300 und 4000 Hz.

Der 2-fach EQ fällt klanglich etwas ab – vor allem im Vergleich zu den drei Isolatoren. Hier wurden auch keine Alps Drehregler verbaut, sondern in eine Kiste mit billigeren Bauteilen gegriffen.

Die Vorderseite des Omnitronic TRM-202 MK3
Die Vorderseite des Omnitronic TRM-202 MK3 mit XLR-Eingang fürs Mikrofon und großer Klinke für den Kopfhörer-Ausgang. Foto: Steinigke

Dagegen gibt es am Klang von Mikrofon-Eingang und den Ausgängen für Kopfhörer, Master und Booth nichts auszusetzen. Neben dem Klang wissen sie auch mit ordentlichem Druck zu überzeugen, so dass der TRM-202 Mk3 als clubtauglich gelten kann.

Service bei Omnitronic / Steinigke

Der TRM-202 Mk3 kam mit einem Defekt, so dass der eine Phono-Kanal nicht richtig funktioniert hat. Also an Omnitronic (sprich: Steinigke Showtechnic) zurückgeschickt und binnen zwei Tagen war er wieder zurück. Leider war bei der Reparatur nicht sorgfältig gearbeitet worden. Eine LED für die Anzeige der gewählten Eingangsquelle war ins Gehäuse verbogen. Also wieder eingepackt und erneut zurück an Omnitronic / Steinigke. Es ging wieder schnell – und diesmal funktionierte der TRM-202 Mk3  auch so, wie er sollte. Allerdings habe ich jetzt an der Deckplatte neben der oberen mittleren Schraube kräftige Kratzer festgestellt – da war wohl jemand mit dem Schraubendreher abgerutscht (oder bereits bei der Herstellung mit dem Bohrer und die Macke war mir zuvor nicht aufgefallen, da sie schwarz überlackiert ist). Fazit: Der Service von Steinigke ist schnell, aber bei der Qualitätssicherung von Produktion und Service gibt es noch Luft nach oben.