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Test & Video: Pioneer DJ DDJ-RB

Pioneer DJ DDJ-RB. Foto: Pioneer DJ
Pioneer DJ DDJ-RB. Foto: Pioneer DJ
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  • Pioneer DJ DDJ-RB
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  • Zuletzt überarbeitet: 1. Februar 2017

Pioneer DJ DDJ-RB

Der 2-Kanal Controller kommt im klassischen Layout mit zwei Jog Wheels und Performance Pads. Der DDJ-RB ist der Bruder des schon länger erhältlichen DDJ-SB2. Von diesem unterscheidet er sich vor allem dadurch, dass er für praktisch das gleiche Geld statt mit dem eingeschränkten Serato DJ Intro mit der Vollversion von rekordbox dj kommt. Für rund 250 € musst Du woanders lange suchen, um einen DJ Controller mit einer uneingeschränkten DJ Software zu finden.

Auspacken / Erster Eindruck

Aus der Packung kommen 2,1 kg überwiegend schwarzer Kunststoff, der aber erfreulich hochwertig verarbeitet ist. Alle Regler und die kleinen Tasten sind aus Plastik, nur die acht Pads je Deck und die je vier länglichen Tasten zur Wahl der Pad-Belegung sind aus grifffreundlichem Gummi. Die obere Fläche der Jog Wheels ist aus Aluminium, die Seiten aus dunklem Plastik.

Jeder, der schon einmal mit einem DJ Controller oder einem Mischpult gearbeitet hat, findet sich mit den Grundfunktionen des DDJ-RB sofort zurecht.

Der Browse-Encoder ist gerastert und fühlt sich recht leicht und plastikmässig an. Er ist relativ klein und liegt etwas tiefer als die anderen Drehregler. Andere Geräte mit größerem Browse-Drehregler gefallen mir da besser.

Die Encoder der EQs und Filter sowie für den Kopfhörer-Mix rasten bei 12 Uhr Punkt ein und erleichtern so bei der Arbeit die Orientierung. Allen Tasten gemein ist, dass sie mit LEDs hintergrundbeleuchtet sind und einen sehr gut wahrnehmbaren, homogenen Druckpunkt haben.

An den DDJ-RB lassen sich bis auf ein Mikrofon (6,3 mm Klinke hinten) keine externen Geräte anschliessen. Als Ausgang bietet er ein Paar Cinch-Buchsen. Ein Kopfhörer findet nur mit 3,5 mm Miniklinke Anschluss. Mit Strom wird er vom Rechner per USB versorgt. Gegen Diebstahl lässt er sich mit einem Kensington-Schloss sichern.

Die Vorderseite des Pioneer DJ DDJ-RB mit der Mini-Klinken-Buchse.
An den Pioneer DJ DDJ-RB lässt sich ein Kopfhörer mit Mini-Klinke anschliessen. Foto: Pioneer DJ

Die im DDJ-RB verbaute Soundkarte unterstützt 24 bit Auflösung, bietet bei der Wiederholfrequenz aber nur 44,1 KHz.

Seinen Strom bekommt der DDJ-RB über das USB-Kabel vom Rechner.

Beim Anschliessen an den Rechner überrascht der DDJ-RB, dass er nicht nur unter Windows, sondern auch am Mac eigene Treiber installiert haben möchte. Das ist aber mit wenigen Mausklicks erledigt.

Hier möchte ich Pioneer DJ einmal loben, da sie – aus meiner Sicht als bislang erster Hersteller von DJ Hardware – den Download der Installer jetzt über eine sichere HTTPS Verbindung anbieten.

Mixersektion

Die Mixer Sektion ist gut ausgestattet. Gain bzw. Trim, 3-fach EQ und Filter sind vorhanden. Als Aussteuerungsanzeige gibt es zwischen den Kanalfadern eine Doppel-LED-Kette, die gerne mehr als fünf Glieder haben dürfte. Die Kanalfader laufen schön satt, der Cross-Fader deutlich leichter.

Der Eingangspegel des Mikrofons wird mit einem recht fummeligen Drehregler an der Rückseite eingestellt. Weitere Einstellmöglichkeiten fürs Mikro bietet der Controller nicht.

Transportsektion

Den acht Pads lassen sich über darüber liegende Tasten verschiedenen Betriebsarten zuweisen: Hotcues, Beat Jump, Pad FX, Slicer, Slicer Loop, Sampler und Sequence Call. Die Pads sind nicht anschlagdynamisch und haben keinen Aftertouch – das geht für die Preisklasse aber völlig in Ordnung.

Wo andere Controller ihre Pads entsprechend dem gewählten Modus oder den in der Software gesetzten Cue-Punkte per RGB beleuchten, sind die Pads des RB immer einheitlich rot. Bei hellem Sonnenlicht ist die Beleuchtung kaum noch auszumachen. Die geringe Leuchtkraft liegt vermutlich auch daran, dass der Controller seinen Strom per USB bezieht.

Jog Wheels

Die ca. 12 cm großen Jog Wheels sind aus Kunststoff, haben aber eine berührungsempfindliche Oberfläche aus glattem Metall. Der abgeschrägte Rand ist mit fingerfreundlich geformten Vertiefungen versehen. Sie sind spielfrei gelagert und laufen sanft wie in einem viskosen Ölbad.

Pioneer DJ DDJ-RB von oben. Foto: Pioneer DJ
Der Pioneer DJ DDJ-RB kommt mit großen, gut gelagerten Jog Wheels. Foto: Pioneer DJ

Sie übertragen die Befehle ohne spürbare Verzögerung auf die Musik. Von der Haptik und gerade auch vom sauberen Lauf her machen die Jogs in der Preisklasse einen sehr ordentlichen Eindruck.

Vinyl-Modus, Slip-Modus, Master Tempo und Auflösung der Tempo-Fader lassen sich nur in der Software bedienen.

Die Tempo-Fader sind mit 4,5 cm Verstellweg altbacken kurz. Sie erlauben beim Beatmatchen keine sonderlich feinfühlige Anpassung der Geschwindigkeit. Beim Nulldurchgang haben sie einen leichten Klick, so dass diese Position auch ohne Hinzugucken oder im Dunkeln gut fühlbar ist. Sie sitzen oberhalb der Jog Wheels ergonomisch etwas ungünstig. rekordbox dj bietet einen Verstellbereich des Tempo-Faders von 6 %, 10 %, 16 % und Wide (100 %) an.

Effekte

Auswahl und Klang der Effekte hängen bei einem Controller von der verwendeten DJ Software ab. Hier hinterlässt rekordbox dj einen sehr ordentlichen Eindruck.

Die Effektsektion am Controller ist sehr sparsam ausgeführt. Positiv ist, dass ein Effekt gewählt und geladen werden kann, ohne zum Rechner zu greifen. Allerdings kannst Du mit dem DDJ-RB nur einen Effekt je Deck steuern. Der eine Dreh-Encoder der jeweiligen FX Sektion dient als Dry-Wet Regler. Der oder die Parameter des Effekts lassen sich nur in der Software beeinflussen.

Software

Mit rekordbox dj liegt dem DDJ-RB eine amtliche DJ Software in der Vollversion bei. Sie läuft stabil, ist performant und kann bis auf MIDI-Send alles, was ich von einer DJ Software erwarte. Bei Bedarf lässt sie sich um DVS- oder Video-Funktionen erweitern.

Als MIDI Controller läuft der DDJ-RB aber auch mit allen anderen MIDI-fähigen DJ Programmen wie Ultramixer, Virtual DJ oder Traktor Pro.

Bedienung

Die Anordnung der Bedienelemente ist großzügig, so dass auch DJs mit großen Händen ihn gut bedienen können. Lediglich der Browse-Encoder und der ungünstig auf der Rückseite des Gerätes gelegene Regler für die Mikrofonlautstärke sind aus meiner Sicht zu klein geraten.

Die rückseitigen Anschlüsse des Pioneer DJ DDJ-RB
Die rückseitigen Anschlüsse des Pioneer DJ DDJ-RB bieten neben USB und Ausgang einen Mikrofoneingang mit fummeligem Lautstärkeregler. Foto: Pioneer DJ

Die Jog Wheels können voll überzeugen. Zusammen mit dem Crossfader eignen sie sich auch für ein paar Scratch-Abenteuer, wobei der Crossfader hier dann noch schnell die Grenzen setzt, da er auf den ersten Millimetern noch nicht anspricht.

Abstriche musst Du bei diesem Einsteigergerät wegen der doch stark beschnittene Effektsektion und der kurzen Tempo-Fader machen.

Klang

Klanglich überzeugt der DDJ-RB für seine Preisklasse sowohl am Master- wie auch am Kopfhörerausgang. Beiden fehlt aber richtiger Punch. Damit ist der DDJ-RB für zu Hause, die eine oder andere Party unterwegs oder für mobile DJs sicher gut geeignet, in einen Club würde ich ihn nicht mitnehmen.

Der Mikrofoneingang ist durchsetzungsstark. Ab ca. 1 Uhr-Stellung ist ein deutliches Rauschen wahrzunehmen, ab 3 Uhr verzerrt er deutlich. Für Durchsagen oder auch einen Rap reicht das sicherlich vollkommen aus.

Fazit

Der DDJ-RB ist für diese Preisklasse ordentlich verarbeitet, klingt anständig und schlägt sich in vielen Bereichen gut im Vergleich zu Controllern anderer Hersteller. Er glänzt mit der Vollversion einer ausgewachsenen DJ Software. Von der Bedienlogik ist er im Gegensatz zum DDJ-SB(2) voll auf die Pioneer DJ Welt abgestimmt. Einmal darin eingearbeitet, fällt ein späterer Aufstieg zu anderen Geräten leicht.

Alle Infos zum Controller auf der Pioneer DJ Webseite.

Deine Meinung zum Pioneer DJ DDJ-RB

Wie gefällt dir der DDJ-RB für das Geld als DJ-Controller für Einsteiger? Alles dran, was dein Herz begehrt? Oder würdest du dir andere Ausstattungsmerkmale wünsche? Ich bin gespannt auf deine Meinung in den Kommentaren …


Fotos: Pioneer DJ

Video: Test Pioneer DJ DDJ-RB

2 Kommentare

  1. Ich bin voll zufrieden mit dem Pioneer DDJ-RB.
    BIS AUF: wenn ich es mit dem MacBook verbinde, funktioniert der Kopfhörerausgang am DDJ-RB nicht.
    Auch bei SYSTEMEINSTELLUNG / SICHERHEIT ist kein Eintrag, dass etwas blockiert wurde.

    Wer weiß einen Rat ?

    Vielen Dank
    Gruß
    ROB-der Partymacher

    • Hi Robert, die Einstellungen nimmst du in rekordbox dj vor. Dort unter Audio / Ausgangskanäle / Headphone-Output solltest du sowas wählen können wie „DDJ-RB : PHONES“. Dann solltest du auch den Kopfhörerausgang nutzen können.

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