DJ Hardware

Test & Video: Pioneer DJ DDJ-SX2

Als einer der wenigen DJ Controller hat er zwei Mikrofoneingänge. Diese haben allerdings beide ein erhebliches Grundrauschen, was sie für ernsthafte Anwendungen unbrauchbar macht. Ansagen über Musik gehen natürlich. Sie sind allerdings nur alternativ zu einem digitalen Deck oder einem externen Zuspieler auf den Kanälen 3 bzw. 4 nutzbar. Dafür sind sie dann aber vollständig im Kanalzug steuerbar, das heißt, dass Trim (Gain), EQ, Filter, Kanal-Fader und Aussteuerungsanzeige einsetzbar sind. Die beiden Effektsektionen und Cue sind nicht nutzbar, das Mikrofonsignal findet sich aber im Master Cue Signal wieder.

Die im DDJ-SX2 eingebaute Soundkarte unterstützt zwar 24 bit Auflösung, bei der Wiederholfrequenz aber nur CD-Qualität mit 44,1 KHz. Wer nur MP3, AAC und gerippte CDs spielt, dürfte sich daran nicht stören. Hochauflösende Audio-Dateien kann der DDJ-SX2 nicht nativ wiedergeben. Er spielt sie aber ab, wenn die DJ Software sie entsprechend wandelt, so wie rekordbox dj es zum Beispiel macht.

Mixersektion

Die Mixer Sektion ist große Klasse, hier merkt man die Erfahrung von Pioneer DJ im Bau von DJ Mischpulten. Sie begeistert durch ihre zehn LED langen, gut ablesbaren Aussteuerungsanzeigen an jedem Kanal und die zusätzliche fürs Mastersignal, die gerne länger als die sechs LEDs sein dürfte. Je Kanal lassen sich wahlfrei die Effektsektionen 1 und 2 zuordnen. Die Kanalzüge sind vollständig, die Kanalfader laufen schön satt. Direkt unterhalb wird je Kanal die Belegung des Crossfaders festgelegt. Dieser funktioniert magnetisch und ist von oben auswechselbar. An der Vorderseite wird mit einem großen, griffigen Regler die Crossfaderkurve eingestellt. Mit Shift+Kanalfader bzw. Shift+Crossfader ist Faderstart möglich, beim Schliessen des Faders springt der Abspielkopf an den Cue-Punkt zurück.

Mittig sitzen die Regler für die Masterlautstärke, für den Booth Monitor und den Cue Mix. Die Lautstärke für den Kopfhörer wird an der Vorderseite des Controllers eingestellt. Über den fünften, mittleren Fader lässt sich die Lautstärke des Samplers anpassen. Diese Einstellung wirkt global, also auf alle Samples.

Transportsektion

Beide Decks sind gleich aufgebaut, es sind also keine Bedienelemente gespiegelt angeordnet. Das erspart ein Umdenken vom einem zum anderen Deck, macht aber die Wege insbesondere beim linken Deck von den Transporttasten oder der Shift-Taste zur Mixersektion oder zum anderen Decks doch sehr lang.

Mit rekordbox dj liegt die Stutter Funktion abweichend von der Beschriftung nicht auf Shift+Play/Pause, sondern auf Cue+Play/Pause. Damit fehlt die Funktion, den Track mit einer Tastenkombination an den Anfang des Stückes zu befördern und dort zu pausieren.

Eine Censor Taste erlaubt es, einen Track vorübergehend (während sie gedrückt wird) oder – mit Shift+Censor – dauerhaft bis zum erneuten Druck rückwärts abzuspielen.

Ausgesprochen kommod werden Anpassungen des Beatgrids mit Hilfe der entsprechenden Tasten in Kombination mit dem Jog Wheel durchgeführt, ohne den Rechner anpacken zu müssen. Und das bei stehendem oder laufendem Track. Tolle Funktion. SET und CLEAR multiplizieren mit rekordbox 4.0.1 allerdings das Beatgrid mit den Faktoren „1/2“ bzw. „2“.

Performance Pads

Die Pads sind hochwertig gearbeitet und gut zu bedienen. Für den Sampler können sie auch anschlagdynamisch verwendet werden („Velocity Sampler“). Dabei sind sie für einen DJ Controller gut spielbar.

Mit rekordbox dj werden die RGB-Farben nur zur Anzeige des verwendeten Pad-Modus genutzt. Da das Programm die Cue Punkte anders als Serato DJ nicht farbig kodiert, werden alle Cue Punkte an den Pads unisono grün dargestellt.