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Wie du als Hochzeits-DJ richtig durchstartest – Interview mit Markus Rosenbaum

Du muss ja irgendwie eine Art Vision gehabt haben oder entwickelt haben, denn viele DJ-Kollegen gehen ja für ein paar Hundert Euro am Samstag auflegen auf einer Hochzeit – du bist aber in völlig anderen Preiskategorien. Hast du ein Buch darüber gelesen oder einen Film gesehen? Was war sozusagen Dein Erweckungserlebnis, wo du gesagt hast: hey, das geht auch anders – das ist mein Bild, das ich verfolgen möchte?

Markus: Also es war nicht so, dass ich 2010 oder 2012 die Eingebung hatte, soundso mache ich das jetzt und bis 2017 will ich das und das umgesetzt haben. Es ist ganz klar ein Thema, das als Work In Progress zu verstehen ist. Auch eine Website und ein Blog (muss ich Dir nicht erzählen) ist niemals fertig und man hat immer noch Ideen, was man noch besser, anders machen kann oder welche Medien und Kommunikationskanäle man noch dazu nehmen kann. Beispiel Podcast: Ich war Anfang 2016 in einem längeren Urlaub, weil der Januar ja immer so der ruhigste DJ–Monat ist. Da habe ich ganz wenig Musik, aber ganz viele Hörbücher und Podcasts konsumiert. Das war dann so, dass mir ein Licht aufging, wo ich dann sagte: Oh, das ist das perfekte Medium, wo man wirklich perfekt und intensiv lange Hochzeitsthemen mit anderen Hochzeitsdienstleistern besprechen kann. Also abseits der reinen Musikthemen.

Und das ist ja das Schöne heutzutage. Man befasst sich dann zwei bis drei Monate intensiv damit. Die Anfangsbarrieren, was Technik und so weiter betrifft, sind relativ überschaubar und dann war es Mitte April soweit und der erste Podcast ging online bei iTunes. Also wirklich gar nicht zu sehr verkrampft am Fünfjahresplan arbeiten, sondern anfangen, ist aus meiner Sicht das Entscheidende. Und es geht auch nicht darum, mit einem Blog zu starten und da direkt 15 Artikel in den ersten zwei Wochen rauszuhauen, sondern da lieber am Anfang drei Artikel und dann halt beständig guten neuen Content liefern. So ist dann bei mir eins zum anderen gekommen.

Du hast ja selbst schon ganz offen kommuniziert, auch zu anderen DJ-Kollegen, welche Preise Du nimmst und welche Umsätze Du erzielst. Da habe ich dann in Diskussionen bei anderen DJs gehört: Ach, der fährt da bestimmt die Mega-Technik auf, hat eine Anlage für mehrere 10.000 Euro, riesige Traversen-Systeme und feinste Moving Heads – und darum nimmt der so viel Geld. Das ist ja mitnichten so bei Dir.

Markus: Stimmt. Also für mich ist ganz klar: man muss natürlich mit guter Technik auffahren. Bei mir sind das 2 x Tops QSC K-10, ein 18er Sub QSC KW 181 dazu oder teilweise auch 2 kleine Subs EV-ZXA1. Ich lege mit einem Controller Pioneer DJ DDJ–SX2 auf. Seit letzter Woche steht hier auch der RX2, den ich aber erstmal ausgiebig testen will, bevor ich mit dem auf den ersten Job fahre. Aber ich bin, z. B. speziell was Licht angeht, sehr viel basischer unterwegs als 90 Prozent der Kollegen. ,Für mich ist ganz klar, dass ein Brautpaar nicht eine besonders tolle Technik bucht. Für die muss sicher sein: Das wird sauber aufgebaut das klingt gut und geht im Laufe des Abends natürlich nicht kaputt.

Deswegen: vernünftige Technik: ganz klar. Aber sich über die Technik auf der Website beispielsweise zu positionieren, ist aus meiner Sicht totaler Quatsch, weil die Technik ist komplett austauschbar. Es gibt ja auch einige Hochzeits-DJs, die das hauptberuflich machen, die sich Technik aufbauen lassen. Das sind Dinge, wo bei den Kunden keine Emotionen im Spiel sind.

Anders, wenn man guten Service bietet; z. B. auch vorab, ohne dass die Buchung schon da ist. Ich kenne so viele DJs, die noch nicht mal zu einem persönlichen Vorgespräch bereit sind, wo ich als Kunde auch sagen würde: Hey, dich buche ich auf gar keinen Fall, weil ich kann mir ja gar kein vernünftiges Bild von dir machen.

Du bist mit einem Vorlauf von einem Jahr an den Samstagen praktisch durchgebucht und du spielst sogar manchmal zwei oder drei dieser hochkarätigen Jobs pro Woche. Wie finden dich denn deine Hochzeitspaare oder wie findest du sie?

Markus: Das ist das Schöne. Die Hochzeitspaare finden mich. Und tatsächlich 85 % des Traffics kommt über die organische Google Suche. Ich gebe keinen einzigen Euro im Jahr für Adwords aus. Zumindest nicht für den Hochzeitsbereich. Ich schalte mal ganz vereinzelt für Firmenevents Adwords. Aber das spielt sich also im Bereich der 300-500 € im Jahr ab. Also sehr überschaubar. Für den Hochzeitsbereich ist es ansonsten so, dass allein das Google Ranking ausreicht, dass die Samstage zwischen drei- und 25-fach angefragt werden. Nehmen wir den 18.8.2018. Dieser Termin ist zum heutigen Tage schon 15 Mal angefragt worden.

Die Vorlaufzeiten, die du schon erwähntest, werden allerdings immer länger. Da klopfen jetzt schon regelmäßig die Anfragen für 2019 an. 2018 sieht sehr gut aus. Das ist jetzt natürlich nur erst mal für die Samstage gesprochen. Die Freitage werden mehr oder minder auch alle während der Saison gebucht, allerdings nicht mit einer solchen Vorlaufzeit wie die Samstage.

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