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Wie Du eine Lasershow sicher betreibst

Lasershow mit 4 Laserworld DS1800RGB
Lasershow mit 4 Laserworld DS1800RGB. Foto: Laserworld

Es ist noch gar nicht lange her, da war eine Lasershow extrem aufwendig zu planen und umzusetzen. Die Geräte waren schwer wie Waschmaschinen, wurden mit fließendem Wasser gekühlt und haben sechsstellige Beträge gekostet. In den letzten Jahren sind Laser-Effektgeräte erheblich erschwinglicher, kompakter und gleichzeitig leistungsfähiger geworden. Einfarbige Laser sind heute bereits für unter 100 € zu haben. Farbige RGB-Laser gibt es bereits ab ca. 150 €. Was sich nicht geändert hat ist, dass Laser-Effektgeräte bei unsachgemäßem Gebrauch gefährlich für das Augenlicht sein können.

Lasershow

Bessere Laser kosten ungefähr so viel wie ein ordentlicher Moving Head. Deshalb sind die Geräte sehr interessant für den Einsatz bei mobilen Discjockeys, also z.B. bei Hochzeiten, Geburtstagen und Firmenfeiern. Kaufen darf  Lasereffektgeräte in Deutschland jeder. Anders sieht es aus beim Betrieb der Laser. Für den öffentlichen Betrieb gibt es in Deutschland, Österreich und der Schweiz abhängig von der Art des Gerätes strenge Vorschriften. Zum Teil müssen Lasershows auch angemeldet, genehmigt oder gar abgenommen werden. Privat kannst Du machen was Du willst – Du solltest aber wissen, was Du tust.

Lasershow mit 4 Laserworld DS1800RGB
Eine beeindruckende Lasershow mit vier Laserworld DS1800RGB (und ein paar traditionellen Leuchten). Die Laser kosten pro Stück mit ca. 1.000 € netto ungefähr so viel kosten wie ein guter Moving Head für mobile DJs. Foto: Laserworld

Um Lasershows ohne Gefahr für meine Gäste, Mitarbeiter der Location und mich selbst zu machen, habe ich mich entschlossen, etwas für meine Fortbildung zu tun und mich zum Laserschutzbeauftragten ausbilden lassen. Klingt aufregender als es ist – innerhalb eines Tages habe ich alles gelernt, was ich zum sicheren Betrieb von Show-Lasern wissen muss.

Laserschutzklassen und Gefahren

Laser werden in verschiedene Laserschutzklassen von 1 bis 4 (mit Unterklassen) eingeteilt. Die Geräte der untersten Laserschuztzklasse 1 sind für Menschen ungefährlich, darunter fallen zum Beispiel bei uns zugelassene Laserpointer oder in geschlossenen Gehäusen untergebrachte Laser wie in CD- und DVD-Spielern. Ein interessante Lasershow lässt sich damit aber nicht gestalten.

Bereits Laser der nächst höheren Laserschutzklasse 1M können für den Menschen gefährlich werden,  wenn nämlich der Strahl durch optische Geräte wie Lupen oder Ferngläser in das Auge eines Betrachters trifft. Das kann zum Beispiel passieren, wenn damit Kinder in der Location oder Deinem Partykeller spielen. Und so steigt mit der Laserschutzklasse das Risiko, das von den Lasern ausgeht. Laser der Laserschutzklassen 3B und 4 sind die Geräte, die für packende Lasershows für uns DJs interessant sind.  Aber genau diese dürfen in Deutschland nur in Anwesenheit eines Laserschutzbeauftragten öffentlich betrieben werden.

Lasershow mit 4 Laserworld DS1800RGB
Die selbe Lasershow mit den vier Laserworld DS1800RGB. Hier schön kontrastierend zu den Moving Heads.Foto: Laserworld

Meine wichtigsten Erkenntnisse: Die sichere Einrichtung und Betrieb von Lasern ist unabhängig von der Definition, was eine öffentliche Veranstaltung ist. Überlegungen zur sicheren Anwendung sind für alle für eine Lasershow interessanten Geräte wichtig, da alle Laser oberhalb eines Laserpointers bereits zu Schäden am Auge führen können. Laser der höheren Klassen rufen bei unsachgemäßer Anwendung erhebliche Augenschädigungen hervor, die im schlimmsten Fall nicht heilbar sind. Außerdem sind Laser oberen Klassen durchaus auch in der Lage, optische Chips in Beamern und Digitalkameras zu schrotten. Egal wo ich einen (oder mehrere) Laser betreibe, möchte ich die Zuschauer und mich selbst nicht verletzen, sondern unterhalten.

Laserschutzseminare

Für die Durchführung solcher Seminare zum Laserschutzbeauftragen gibt es verschiedene Anbieter, u.a. den TÜV. Dessen Seminare kosten mit 583,10 € brutto für einen Tag allerdings eine ganze Stange Geld. Sie schliessen mit eine Test und einem Zertifikat ab. Ich habe mich entschlossen, an einem Seminar des Herstellers Laserworld teilzunehmen und mich dort zum Laserschutzbeauftragen zu qualifizieren. Das ist mit 179 € bzw. 199 Schweizer Franken, jeweils brutto für das Eintagesseminar erheblich günstiger. Allerdings wird hier auch kein Test geschrieben. Ein entsprechendes Zertifikat als Laserschutzbeauftragter gibt es aber trotzdem. Die Schulungsinhalte wurden von der DGUV (Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung) festgelegt.

Schulung Actionlight
Die Schulung fand passend zwischen hochwertiger Veranstaltungstechnik statt. Foto: Actionlight

Meine Schulung fand in der Nähe von Koblenz in den Räumen von ActionLight statt, einem Unternehmen für Veranstaltungstechnik. Ausgesprochen cool war dann auch die Location. Wir saßen nicht in einem drögem Seminarraum, sondern zwischen Hochregalen, gefüllt mit hochwertiger Ton- und Lichttechnik in Flight Cases. Ausgesprochen kurzweilig vermittelte unser Referent Rudolf Werner die Inhalte. Die physikalischen Grundlagen des Lichts und  die Berechnung der Lichteinwirkung aufs Auge gingen so – selbst direkt nach dem Mittagessen – geschmeidig ins Hirn.

Richtig spannend wurde es dann bei den praktischen Tipps zum Umgang mit Lasern und deren Einrichtung. Welche Abstände einzuhalten und welche Lichtstärken an welchen Stellen im Raum ohne Gefahr für die Zuschauer einsetzbar sind, sind für jeden DJ äußerst relevante Punkte. Ebenso die Sicherheitsmaßnahmen in den Geräten selbst wie auch beim Einsatz der Laser. Gibt es hier doch technische, organisatorische und persönliche Schutzmaßnahmen, die passend anzuwenden sind. Tipps aus der Praxis gab es auch zur eventuell notwendigen Anmeldung bzw. Genehmigung von Lasern und den Umgang mit Behörden. Dann wurden uns die verschiedenen Steuerungs- und Einsatzmöglichkeit von Lasern erläutert. Und zu guter letzt wurden noch einige Kostproben gegeben, was an Lasershow heute mit überschaubarem Kostenaufwand möglich ist.

Im Seminar saßen überraschender Weise nicht nur DJs und Veranstaltungstechniker, sondern auch Leute aus der Fertigungsindustrie und Kosmetik- sowie Tattoo-Studios, die ebenfalls Laser einsetzen. Dadurch gab es von den verschiedenen Teilnehmern immer wieder interessante Beiträge und insgesamt einen angeregten Austausch zwischen dem Referenten und uns Teilnehmern.

Die Idee des Laserschutzbauftragten stammt eigentlich aus Unternehmen mit angestellten Mitarbeitern. Aber auch für Einzelunternehmer, die wir als mobile DJs üblicher Weise sind, ist das vermittelte Wissen ausgesprochen relevant. Bei uns Discjockeys geht es weniger um den Schutz von Mitarbeitern, als vielmehr um das wohl der Auftraggeber und ihrer Gäste, aber auch um unsere eigene Gesundheit. Das gilt selbst beim Einsatz von Lasern im eigenen Party-Keller oder Garten, denn dort sollte Dir die Sicherheit Deiner Familie, Gäste und Deiner selbst ebenfalls ein solches Seminar wert sein.

Das Zertifikat als Laserschutzbeauftragter gilt zeitlich unbegrenzt und für alle Einsatzbereiche von Lasern. Es erlaubt Dir so also auch z.B. in Diskotheken, in der Veranstaltungstechnik oder in Unternehmen als Laserschutzbeauftragter tätig zu werden.

Auch in 2016 gibt es wieder Laserschutz-Seminare in Deutschland und der Schweiz. Die Termine und Ort findest Du auf der Laserschutzseminar.de.

Setzt Du bereits Laser ein? Hast Du gekauft oder mietest Du bei Bedarf? Hast Du einen Schein als Laserschutzbeauftragter? Was sind Deine Erfahrungen mit Lasershows? Schreibe in die Kommentare ….