Ärmel hoch ...

Wie finde ich den passenden DJ-Mixer?

Als fortgeschrittener DJ wirst Du irgendwann mal in Locations auflegen, in denen Dir separate Monitor Boxen zur Verfügung stehen. Wenn Du hier deinen eigenen Mixer anschließen möchtest, sollte er für die getrennt regelbare Lautstärke dieser Boxen, einen Booth-Out Anschluss besitzen.

Die verschiedenen Ausgänge, hier am Pioneer DJ DDJ-RX. Foto: dj-lab.de
Die verschiedenen Ausgänge, hier am Pioneer DJ DDJ-RX. Foto: dj-lab.de

DVS/MIDI/Interne Soundkarte?

Sofern Du mit einer Software auflegst und Plattenspieler oder CD-Player als Steuereinheit nutzt (DVS), solltest Du Dir überlegen, ob Du in der Software eventuell Cue-Punkte, Loops oder einfach nur das Navigieren in der Tracklist vom Mixer aus steuern möchtest. Es gibt Mixer, die MIDI-Signale senden können und Tasten/Regler auf der Mixeroberfläche dafür anbieten. Und sofern man mit Software arbeiten möchte, stellt sich auch die Frage, ob das Audio-Interface nicht vielleicht schon mit in den Mixer integriert ist. Diese Mixer sind meist etwas teurer in der Anschaffung. Für den Einstieg ist dies (auch bei einem DVS) aber erst ein mal Nebensache. Für das Ansteuern von Cue-Punkten kannst Du Dir aber auch einen Add-On Controller neben den Mixer stellen.

Beispiele für Add-On Controller:

  • Novation Dicer
  • NI Traktor Kontrol X1/F1
Der Traktor Kontrol F1. Foto: Native Instruments
Der Traktor Kontrol F1. Foto: Native Instruments

Qualität erkennen

Die Qualität von DJ-Hardware ist auf den ersten Blick nur schwer zu erkennen. Da sich vieles unter der Haube versteckt und Du die Geräte vor dem Kauf schlecht öffnen kannst, ist es für das ungeschulte Auge relativ schwierig, das Ganze einzuschätzen. Vor allem wenn ein gutes Design zur Verschleierung beiträgt. Es gibt dennoch kleine Anhaltspunkte, auf die Du achten kannst, wobei Du hier nicht drum herum kommst das Gerät zu wenden und anzufassen. Qualität zeichnet sich meist dadurch aus, dass man erkennt, wenn sich jemand Gedanken um Details gemacht hat.

Das Gehäuse

Die meisten Mischpulte sind in einem Metallgehäuse verbaut. Ein gutes Zeichen ist, wenn Kanten, Übergänge und Ecken keine scharfen Stellen haben. Das gilt auch für versenkte Schrauben oder die Faderschlitze. Normalerweise besitzen DJ-Mixer auf der Arbeitsfläche eine Faceplate, die im Regelfall etwas robuster als die restlichen Gehäusewände ist und weniger empfindlich auf Stöße und Kratzer und Windungen reagiert. Fahre mit der Hand einfach mal übers Faceplate und Du wirst merken ob Dich irgendwo etwas stört.

Auf der Gehäuseunterseite sind meist nochmal Füße verbaut, um keine Vibrationen aufzunehmen. Auch hier kannst Du erkennen, ob sich angeklebte Füße locker mit dem Fingernagel abpulen lassen oder sie fest sitzen. Im besten Fall sind sie verschraubt und bieten eine gute Dämpfung.

Regler, Fader, Tasten und Schalter

Das erste, was ich mache, wenn ich einen DJ-Mixer oder Controller vor mir habe, ist der Haptiktest. Ich drehe an Reglern rum, schiebe Fader hoch und runter, drücke auf Tasten rum und bewege Schalter. Fader und EQ-Regler sind die Teile auf der Mixeroberfläche mit hoher Beanspruchung, da sie häufig benutzt werden. Hier teste ich den Widerstand, den mir das Bauteil beim Bewegen entgegenbringt und schaue, ob seitliches Spiel vorhanden ist. Die Bewegungen sollten sich angenehm anfühlen und nicht zu leicht- oder zu schwergängig wirken. Seitliches Spiel von Fadern und Reglern ist meist ein Zeichen von geringerer Qualität der Bauteile oder deren Verarbeitung (Kein gutes Zeichen ist, wenn Faderkappen auf der Faceplate schleifen oder zu hoch sitzen).