Ärmel hoch ...

Willst Du wissen, wie Du einen DJ Controller auswählst?

DJ Controller. Foto: Insago/Shutterstock.com
DJ Controller. Foto: Insago/Shutterstock.com

Was ein DJ Controller ist, haben wir hier erklärt. Jetzt geht es darum, einen passenden auszuwählen.

Hier bei einfach auflegen haben wir ein Credo: DJen sollte digital sein und Du solltest Deine gesamte Ausrüstung für einen Auftritt in eine Umhängetasche, einen DJ Trolley oder einen Rucksack kriegen: Deinen Laptop, Deinen DJ Controller und alles andere, was Du für den Abend noch brauchst – Kopfhörer, Netzteile und Kabel.

Deine Entscheidung, welchen DJ Controller Du nimmst, ist vermutlich die wichtigste bei der Auswahl Deiner Ausrüstung. Und es ist eine sehr persönliche Entscheidung. Dein Laptop kann eine alte Gurke sein. Solange er aus den letzten vier bis fünf Jahren ist und genügend freien Platz auf der Festplatte und ausreichend Arbeitsspeicher hat, sollte er Dir gute Dienste leisten. Bei deinem Laptop schaust Du zwar immer wieder aufs Display, aber wirklich arbeitest Du als DJ mit Deinem Controller – er ist es, den Du Hunderte, wenn nicht Tausende Male anfasst. Beim Auflegen wie auch schon zuvor beim Üben. So wichtig wie für einen Musiker sein Instrument, wie für einen Handwerker sein gutes Werkzeug, ist für Dich Dein DJ Controller.

Hier kommen meine Kriterien für die Beurteilung und letztendlich Auswahl eines Controllers:

Eingebaute Soundkarte

Es gibt noch einige wenige DJ Controller, die keine Soundkarte eingebaut haben. Auch als Gebrauchtgerät wird so etwas manchmal angeboten. Um die würde ich persönlich einen großen Bogen machen. Die Soundkarte im PC kommt wegen der geringen Klangqualität der dort verbauten Soundkarte und der mickrigen 3,5 mm Mini-Klinken Anschlüsse nicht in Frage. Auch hat ein PC keinen separaten Ausgang für einen Kopfhörer. Also muss ein Splitter-Kabel her. Geht mal für den Notfall als Backup, ist aber nicht das gelbe vom Ei. Auch habe ich keine Lust, eine separate Soundkarte mitzuschleppen und den zusätzlichen Verkabelungsaufwand zu treiben.

Qualität der Soundkarte

Bei aktuellen Controllern ab 180 € aufwärts ist mir eine richtig schlecht klingende Soundkarte noch nicht unter gekommen. Unterschiede gibt es aber sehr wohl hinsichtlich der Wiedergabemöglichkeiten, wenn Du über MP3 hinaus schaust. In den letzten Jahren sind mehr und mehr Portale entstanden, die Musik hochauflösend – in sogenannter Studioqualität – anbieten. Solltest Du solche Musik schon heute oder in ein paar Jahren mal spielen wollen, kommst Du mit einer im DJ Controller verbauten Soundkarte, die nur CD-Qualität (16 bit Auflösung, 44,1 KHz Abtastfrequenz) bietet, nicht weit. Die sollte dann schon 24 bit und mindestens 96 KHz unterstützen. Schau in die technischen Daten der Controller, die Dich interessieren.

Pack an

Wie  sich ein DJ Controller anfasst, ist wie bei jedem Werkzeug eine wichtige Frage: Ich stehe auf sauber laufende Fader, die nicht groß wackeln. Toll ist, wenn sie verschleißfrei arbeiten und gegen Dreck einigermassen resistent sind. Der Verstellwiderstand der Fader muss unterschiedlich sein: Der Crossfader soll so leicht wie möglich gleiten, die Kanalfader etwas mehr Widerstand bieten und die Tempo-Fader dürfen richtig satt laufen, das schützt vor unabsichtlichem Verstellen, wenn ich mal dagegen komme.

Ob der Tempofader einen Klickpunkt hat bei der Nullstellung ist reine Geschmacksache. Da sollte jeder schauen, was ihm mehr behagt.

So ziemlich alle Regler und Knöpfe fassen sich für mich am Besten an, wenn sie gummiert sind. Das ziehe ich Knöpfen aus Hartplastik auf jeden Fall vor. Gerade, wenn es heiß hergeht und die Finger auch mal schwitzig werden, ist die Kontrolle mit gummierten Bedienelementen einfach besser.

Wert lege ich auch auf die Oberfläche der Jogwheels. Ob da Kunststoff oder Metall besser ist, kann ich gar nicht sagen. Es hängt vor allem davon ab, wie die Oberfläche bearbeitet ist, ob mir die Jogs was taugen. Am schrägen Rand der Jogs sollten gleichmäßige Griffmulden oder Riffelungen sein. Hier ist eine zu glatte oder mit Prägemustern versehene Oberfläche fehl am Platz.


Titelfoto: Insago/Shutterstock.com